<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" version="2.0" xmlns:itunes="http://www.itunes.com/dtds/podcast-1.0.dtd" xmlns:googleplay="http://www.google.com/schemas/play-podcasts/1.0"><channel><title><![CDATA[Weltanschauungs-Newsletter]]></title><description><![CDATA[Das Weltanschauungsprinzip kategorisiert die allgemeinsten Weltanschauungen. Mehr zu den dutzend Weltanschauungen auf https://weltanschauung.org/.]]></description><link>https://12weltanschauungen.substack.com</link><image><url>https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!LeQM!,w_256,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe91a8de0-0991-4a0a-a793-ba5189f5f9a1_768x768.png</url><title>Weltanschauungs-Newsletter</title><link>https://12weltanschauungen.substack.com</link></image><generator>Substack</generator><lastBuildDate>Tue, 21 Jul 2026 20:54:43 GMT</lastBuildDate><atom:link href="https://12weltanschauungen.substack.com/feed" rel="self" type="application/rss+xml"/><copyright><![CDATA[Public Domain]]></copyright><language><![CDATA[de]]></language><webMaster><![CDATA[12weltanschauungen@substack.com]]></webMaster><itunes:owner><itunes:email><![CDATA[12weltanschauungen@substack.com]]></itunes:email><itunes:name><![CDATA[Steinerschüler]]></itunes:name></itunes:owner><itunes:author><![CDATA[Steinerschüler]]></itunes:author><googleplay:owner><![CDATA[12weltanschauungen@substack.com]]></googleplay:owner><googleplay:email><![CDATA[12weltanschauungen@substack.com]]></googleplay:email><googleplay:author><![CDATA[Steinerschüler]]></googleplay:author><itunes:block><![CDATA[Yes]]></itunes:block><item><title><![CDATA[Das notwendige Gemüt für die Weltanschauungen]]></title><description><![CDATA[Ehre die Materie f&#252;r das Recht zum Geist.]]></description><link>https://12weltanschauungen.substack.com/p/das-notwendige-gemut-fur-die-weltanschauungen</link><guid isPermaLink="false">https://12weltanschauungen.substack.com/p/das-notwendige-gemut-fur-die-weltanschauungen</guid><dc:creator><![CDATA[Steinerschüler]]></dc:creator><pubDate>Sun, 07 Dec 2025 00:18:14 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/e4fa55ba-a010-4615-80a5-a8a5aa4dc4ca_945x529.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<h3>Das Gute</h3><p>Das Weltanschauungsprinzip tr&#228;gt vor sich den Grundsatz des Positivismus ("axiomatischer Weltanschauungspositivismus", um grosse Worte zu gebrauchen). Der Positivismus des Weltanschauungsprinzips behauptet, dass Existenz <em>G&#252;te</em> voraussetzt. Ist etwas &#8220;nicht gut&#8221;, d.h. nicht harmonisch zu anderem Existierendem, so kann ein jeweiliges Etwas &#252;berhaupt nicht existieren. Kurz: 'Sein' hat G&#252;te. </p><p>Dann muss nat&#252;rlich gefragt werden: wie kann denn <em>Schlechtes</em> sein, das beim Blick in das Tagblatt doch offensichtlich "ist", wenn doch nur Gutes sein kann? Die Antwort darauf ist, dass uns das Schlechte dadurch einen Anschein von Sein gibt, dass es am Sein von Gutem zehrt. W&#228;hrend das Gute aus sich selber sch&#246;pfen kann, ist das Schlechte gen&#246;tigt, sich vom Guten zu ern&#228;hren - vom Guten zu stehlen. Das Schlechte h&#228;lt sich selber vor&#252;bergehend am Sein dadurch, dass es am Sein des Guten wegnimmt. Durch das Stehlen wird das Schlechte schlechter, und w&#228;chst in seinem Zwang nehmen zu m&#252;ssen. Je schlechter etwas ist, desto abh&#228;ngiger ist es vom Nehmen, und desto mehr muss es Gutes aufschlucken um nicht zu verschwinden. Im Grunde ist beim Schlechten nur noch die T&#228;tigkeit des Nehmens &#252;brig; respektive der Prozess des Zersetzens des Genommenen. </p><p>Das Sein, das uns &#252;berall umgibt ist G&#252;te, die uns &#252;berall umgibt. Der Anteil an Schlechtem in all diesem Sein, ist selbst in dessen "Schein von Sein" im Verh&#228;ltnis zum Ausmass von "tats&#228;chlichem Sein" eigentlich winzig, wenn wir einmal dar&#252;ber nachdenken. <strong>Wir sind &#252;berall von Sein umgeben, und so sind wir &#252;berall von G&#252;te umgeben</strong> - das ist der Grundsatz im Weltanschauungsprinzip, das ist der <em>Positivismus</em>, seinem wahren Begriffe nach. Es findet sich kein Satz, der f&#252;r das Weltanschauungsprinzip wichtiger sein kann. Ohne diesen Grundsatz ist es uns unm&#246;glich, den zw&#246;lf Substanzen im Weltanschauungsprinzip ausgeglichen entgegenzutreten. Ohne diesen Grundsatz werden immer irgendwelche pers&#246;nlichen Vorz&#252;ge unser Urteil f&#252;r und gegen einzelne Weltanschauungen tr&#252;ben. </p><p>Dieser Grundsatz wird durch Leibniz umgesetzt, mit den poetischen Worten: <strong>"Meilleur des mondes possibles!"</strong> - "Die beste aller m&#246;glichen Welten!" Leibniz zieht durch sein Genie etwas sehr Abstraktes hinab zum Menschlichen, und macht es dadurch bei uns, und f&#252;r uns greifbar. </p><p>Diese Poesie des Leibnis soll dem Weltanschauungsprinzip ein Leitstern sein; ein Leitstern der uns zeigt, wie die zw&#246;lf Weltanschauungen allesamt als g&#252;tig, harmonisch und weisend zu verstehen und zu gebrauchen sind. Leibniz gibt unserem Studium die richtige Richtung vor. </p><h3>Die Materie</h3><p>Hier kommt nun die Materie ins Spiel. Der Mensch der Gegenwart ist im Wahrnehmen ganz besonders von Materie umgeben; weit mehr als von Geist. Materie ist in der Gegenwart weitaus die bedeutendste Substanz die vom Menschen wahrgenommen wird. Aus dieser Erkenntnis entsteht nun die Gefahr, das &#220;bermass an Materie in solcher Weise falsch zu verstehen, dass Materie der Welt zu seinem Problem geworden ist, weil sie nicht ebenb&#252;rtig mit anderen Substanzen (z.B. Geist, Wesen, Sinn, Psyche, Seele usw) vorhanden ist. So ziehen wir nun den oben beschriebenen Weltanschauungsgrundsatz des Positivismus herbei. Weil Materie <em>ist</em>, zeigt uns das, dass in diesem Sein G&#252;te ist. Es mag scheinen, dass ein &#220;bermass an materiellem Sein vorhanden ist, das tut der G&#252;te aber keinen Abbruch. </p><p>Mit dem Positivismus erkennen wir, dass der Materiaismus nicht eine &#220;bertreibung, oder etwas Ausuferndes oder dergleichen ist, das korrigiert werden sollte, dem entgegengesteuert werden sollte, sondern eine unheimlich wichtige Aufgabe f&#252;r den Menschen. Uns wird mit dem vorhandenen Materialismus gesagt: besch&#228;ftige dich innig mit der Materie; lass dich offenen Herzens darauf ein. Es ist deine Aufgabe, dir dein Leben unter Bedingungen vorzustellen, unter denen es keinen Geist gibt. Der Mensch ist frei, sich vor dieser Aufgabe zu dr&#252;cken, und ins Geistige zu fliehen, aber dadurch verneint er eine Aufgabe, die ihm gestellt wurde, und in einer seltsamen Art wird er zu einem Widersacher gegen seinen eigenen Fortschritt. </p><p>Es wirkt wohl verlockend, ins Geistige zu fliehen, weil die Materie so heftig wirkt. Aber wir fliehen in eine Welt die sich vor uns verschlossen hat. Du hast kein Recht auf diese Welt, wenn sie dir nur abstrakt bleibt. Du meinst vielleicht, es sei deine Pflicht zu helfen, der Welt wieder zu einem Ausgleich mit geistiger Substanz zu verhelfen. Aber das ist nicht deine Aufgabe, und das Geistige ist dir unter der F&#252;hrung des Zeitgeistes der Gegenwart fern, wenn du es nicht einmal entfernt wahrnehmen kannst; wenn du nur darauf schliessen kannst. In Wahrheit hast du vermutlich kein Bild vom Geistigen. Es ist zwar da, in voller Gewalt und Pracht, aber du wirst durch die Flucht eine wichtige Lehre verpassen. Du sollst absinken in die Vorstellung, dass du nur ein einziges Leben hast, dass du nichts weiter als Materie bist. Du sollst die logische Konsequenz absoluter Materie am ganzen Leib erleben. Das ist deine Aufgabe in dieser Zeit; in unserer Gegenwart: erstens einmal Materie auszuhalten, zweitens Freude an ihr, und vielleicht gar Sympathie zu ihr zu empfinden. Dieses Absinken wird dich sp&#228;ter gewaltig hochschnellen, aber zuerst hast du deinen Kopf zu beugen, und dich der Welt der Sinnlosigkeit vollst&#228;ndig zu ergeben. Wenn du ins Geistige hinauf willst, sollst du zuerst durch die Materie gehen; wie es uns der Christus vormachte. </p><p>Diese materialistischen Vorstellungen sollten dich am besten ein ganzes Leben lang begleiten - nicht nur begleiten, sie sollten dir eine Selbstverst&#228;ndlichkeit sein. Du sollst dich fragen, wie du dein Leben gestalten sollst, wenn es in einigen Jahren doch endet, und dein Bewusstsein verwelkt, und mit deinem letzten Atemzug&#8230; weg ist. Du sollst den Tod als ein vollst&#228;ndiges Ende in Betracht ziehen, und dich mit diesem schrecklichen, zu Verzweiflung f&#252;hrenden Gedanken in ehrlicher Weise konfrontieren, bis du ihn erleben kannst. </p><h3>Das Gem&#252;t</h3><p>Es ist eine grosse Welt auf der wir leben. Diese Welt ist eine gewaltige Kugel, die eine viel gewaltigere Feuerkugel in einem unfassbar grossen Kreis umrundet, und diese Kugeln sind umgeben von unendlich viel Raum, bis irgendwann, weit weit weg, die n&#228;chste gewaltige Feuerkugel mit ihren kleineren Kugeln anzutreffen ist. </p><p>Wir k&#246;nnen uns allerlei Sorgen machen; &#252;ber diese und jene Ereignisse in Aufregung kommen; irgendwelchen Terminen, Pflichten und Versprechen nachhetzen; die Haare raufen ob einem Fehler; im Boden versinken wollen ob einer Peinlichkeit&#8230; Doch unser Leben geht vorbei wie ein Fingerschnippen auf dieser Kugel. Die kleine Kugel wird die grosse Kugel noch viele Male umkreisen; wenn die Sorgen, die Aufregung, das Hetzen, das Haareraufen usw eine fast unendlich kleine Fussnote in der Geschichte sind. Es ist in einem solchen edlen, unendlichen Kontext ein Schwachsinn Dingen nachzurennen. Ja, wir sollten uns sch&#228;men uns nicht st&#228;ndig die Zeit zu nehmen, diese Gr&#246;sse zu bestaunen, und sie ehren zu wollen. </p><p>Ohne eine gewisse Gelassenheit wird ein jeder Weltanschauungsstudent von der Vielfalt der Weltanschauungen &#252;berw&#228;ltigt. Unerkl&#228;rliche Wut wird pl&#246;tzlich aufkommen und zu f&#252;hlen sein, weil die vielen Eindr&#252;cke eine &#220;berreizung bewirken. Heftige Trauer wird ihn auf einmal wie ein Tritt in die Seite zum St&#252;rzen bringen, wenn er sich die grausamen inneren Schmerzen vorstellt, von denen sich das Schlechte niemals trennen kann, solange es sich in der Schlechtigkeit gefangen halten muss. Die Eindr&#252;cke sind nicht wegzukriegen, aber der Umgang damit muss unter Kontrolle sein. Sich an den Kontext zu erinnern hilft, die ausfahrende Wirkung im Inneren durch die einstr&#246;menden Reize etwas zu b&#228;ndigen, und im Wirbel etwas zu Ruhe zu kommen. </p><p>Der gewaltige Kontext gibt uns innere Ruhe, die Weltanschauungen geben uns inneren Reichtum, der Positivismus gibt uns Demut (gegen&#252;ber dem Anderen). Das sind die drei Grundvoraussetzungen, von denen Steiner in seinem Buch "Wie erlangt man Erkenntnisse h&#246;herer Welten" spricht. Das Weltanschauungsprinzip ist vielleicht die beste m&#246;gliche Besch&#228;ftigung f&#252;r jene, die sich gut f&#252;r einen solchen Erkenntnisweg vorbereiten wollen. Ohne gut ausgebildete Grundvoraussetzungen ist der Rest fast unm&#246;glich. </p><p></p><p></p><p></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Geistige Freiheit]]></title><description><![CDATA[Jede Idee hat Wahrheit, und so ist immer Prim&#228;rliteratur zu bevorzugen - um nicht nur &#252;ber die Idee erz&#228;hlt zu bekommen, sondern die Wahrheit in der Idee zu erleben.]]></description><link>https://12weltanschauungen.substack.com/p/geistige-freiheit</link><guid isPermaLink="false">https://12weltanschauungen.substack.com/p/geistige-freiheit</guid><dc:creator><![CDATA[Steinerschüler]]></dc:creator><pubDate>Sat, 15 Nov 2025 14:33:01 GMT</pubDate><enclosure url="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!EorJ!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F5f58b31d-b572-4896-a7cf-979aa373ef68_1456x816.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Was ist Wissen, und was ist Glaube? Wissen ist der Gedanke den wir aus eigener Erfahrung bauen, und Glaube ist der Gedanke den wir aus anderen Gedanken bauen. Meist baut der Glaube auf Gedanken anderer Menschen, von denen uns erz&#228;hlt wird. </p><h3>Das H&#246;hlengleichnis</h3><p>Das Urteil ist der Schluss den wir zu einer Frage ziehen. Basiert das Urteil auf <strong>Wissen</strong>, so haben wir es erworben, und es hat dadurch Substanz. Basiert das Urteil aber auf <strong>Glauben</strong>, so wird auch das beste, wahrste Urteil etwas Oberfl&#228;chliches und S&#252;ssliches an sich haben. </p><p>Der Mensch, der sich seine Urteile aus den Gedanken anderer Menschen sch&#246;pft, lebt in einer k&#252;nstlichen, substanzlosen, beh&#252;teten Welt. Sein Erleben wird abstrakt, seine Erfahrungen bleiben kraftlos und unscharf. </p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!EorJ!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F5f58b31d-b572-4896-a7cf-979aa373ef68_1456x816.png" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!EorJ!,w_424,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F5f58b31d-b572-4896-a7cf-979aa373ef68_1456x816.png 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!EorJ!,w_848,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F5f58b31d-b572-4896-a7cf-979aa373ef68_1456x816.png 848w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!EorJ!,w_1272,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F5f58b31d-b572-4896-a7cf-979aa373ef68_1456x816.png 1272w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!EorJ!,w_1456,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F5f58b31d-b572-4896-a7cf-979aa373ef68_1456x816.png 1456w" sizes="100vw"><img src="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!EorJ!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F5f58b31d-b572-4896-a7cf-979aa373ef68_1456x816.png" width="1456" height="816" data-attrs="{&quot;src&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/5f58b31d-b572-4896-a7cf-979aa373ef68_1456x816.png&quot;,&quot;srcNoWatermark&quot;:null,&quot;fullscreen&quot;:null,&quot;imageSize&quot;:null,&quot;height&quot;:816,&quot;width&quot;:1456,&quot;resizeWidth&quot;:null,&quot;bytes&quot;:2082039,&quot;alt&quot;:null,&quot;title&quot;:null,&quot;type&quot;:&quot;image/png&quot;,&quot;href&quot;:null,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;topImage&quot;:true,&quot;internalRedirect&quot;:&quot;https://12weltanschauungen.substack.com/i/178968337?img=https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F5f58b31d-b572-4896-a7cf-979aa373ef68_1456x816.png&quot;,&quot;isProcessing&quot;:false,&quot;align&quot;:null,&quot;offset&quot;:false}" class="sizing-normal" alt="" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!EorJ!,w_424,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F5f58b31d-b572-4896-a7cf-979aa373ef68_1456x816.png 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!EorJ!,w_848,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F5f58b31d-b572-4896-a7cf-979aa373ef68_1456x816.png 848w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!EorJ!,w_1272,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F5f58b31d-b572-4896-a7cf-979aa373ef68_1456x816.png 1272w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!EorJ!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F5f58b31d-b572-4896-a7cf-979aa373ef68_1456x816.png 1456w" sizes="100vw" fetchpriority="high"></picture><div class="image-link-expand"><div class="pencraft pc-display-flex pc-gap-8 pc-reset"><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container restack-image"><svg role="img" width="20" height="20" viewBox="0 0 20 20" fill="none" stroke-width="1.5" stroke="var(--color-fg-primary)" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg"><g><title></title><path d="M2.53001 7.81595C3.49179 4.73911 6.43281 2.5 9.91173 2.5C13.1684 2.5 15.9537 4.46214 17.0852 7.23684L17.6179 8.67647M17.6179 8.67647L18.5002 4.26471M17.6179 8.67647L13.6473 6.91176M17.4995 12.1841C16.5378 15.2609 13.5967 17.5 10.1178 17.5C6.86118 17.5 4.07589 15.5379 2.94432 12.7632L2.41165 11.3235M2.41165 11.3235L1.5293 15.7353M2.41165 11.3235L6.38224 13.0882"></path></g></svg></button><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container view-image"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="20" height="20" viewBox="0 0 24 24" fill="none" stroke="currentColor" stroke-width="2" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" class="lucide lucide-maximize2 lucide-maximize-2"><polyline points="15 3 21 3 21 9"></polyline><polyline points="9 21 3 21 3 15"></polyline><line x1="21" x2="14" y1="3" y2="10"></line><line x1="3" x2="10" y1="21" y2="14"></line></svg></button></div></div></div></a></figure></div><p></p><p>Um Erfahrungen zu machen, muss der Mensch in die Fremde. Und er muss nicht nur in der Fremde drinnen stehen, er muss mit offenem Herzen in der Fremde sein. Er muss von seinen Ritualen und Gewohnheiten loslassen k&#246;nnen, um sich mit der Fremde zu verbinden; um die Fremde tiefer als nur an der Oberfl&#228;che zu erleben. Die Fremde betrifft nicht nur fremdartige L&#228;nder und Kulturen, sondern vor allem auch Ideen. Um den Geist nicht in einer unterirdischen H&#246;hle gefangen zu halten, m&#252;ssen wir uns herauswagen in die Vielfalt der Welt - darauf vertrauend, die Vielfalt aushalten zu k&#246;nnen. </p><p>Diese H&#246;hle hat den Namen &#8220;platonische H&#246;hle&#8221;. In dieser H&#246;hle halten sich die Menschen selber gefangen. In dieser H&#246;hle liegen die Menschen in Ketten. Die Ketten sind um ihre Gelenke herum angelegt, aber nirgendwo mit der H&#246;hle verbunden. Zu jeder Zeit k&#246;nnte der Mensch aus der H&#246;hle heraustreten, er m&#252;sste nicht einmal ein Schloss knacken um die Ketten loszuwerden. Somit h&#228;lt sich der Mensch in der platonischen H&#246;hle selber gefangen - denn dieses Gef&#228;ngnis hat keinen W&#228;rter, es hat keine Gitter, keine T&#252;ren, keine Schl&#252;ssel, keine Schl&#246;sser. Es ist ein Gef&#228;ngnis, in das der Mensch sich selber hineinbegibt; das er allein aus eigenem Willen nicht verl&#228;sst. Es ist sein eigener Wille, in der H&#246;hle gefangen zu sein. Oder besser: es ist sein Wille, nicht in der grossen Welt draussen zu sein und sich ihrer unendlichen F&#252;lle auszusetzen. </p><p>Gerade f&#252;r dasjenige das sich uns entzieht, ist es wichtig, sich in dessen Mitte zustellen. Das Fremde soll entdeckt, erforscht und studiert werden. Es soll aufh&#246;ren fremd zu sein, es soll Teil von uns werden. Dadurch erst h&#246;ren wir auf, Angst zu haben, und wir h&#246;ren auf, zu hassen. Wo immer Hass ist, ist gewaltig viel Blindheit. Die Dunkelheit des Ungewissen &#228;ngstigt uns, und wir klettern in die H&#246;hle hinab, wo wir zwar keine Erlebnisse mehr haben, aber wenigstens etwas Geborgenheit empfinden. </p><h3>Prim&#228;rliteratur ist besser</h3><p>Was bedeutet das f&#252;r den Geist, die Gedanken, Ideen? Wenn wir die Substanz meiden, und lediglich die s&#252;sslichen Verkleidungen betrachten, die uns von den verschiedenen Substanzen in einer gewohnten Sprache erz&#228;hlen, dann bleibt uns die Fremde fremd. Dann bleiben wir vor Angst gel&#228;hmt. Verstecken wir uns in der H&#246;hle, so m&#252;ssen wir den Erz&#228;hlern <em>glauben</em>. Wir m&#252;ssen annehmen, dass sie <em>wissen</em> wovon sie reden. In der Literatur ist das der Unterschied von Sekund&#228;rliteratur und Prim&#228;rliteratur. Die Sekund&#228;rliteratur h&#228;lt uns immer eine Arml&#228;nge von der Substanz entfernt. Der Griff zu einem Buch der Sekund&#228;rliteratur ist ein Schritt in die H&#246;hle. Der aus Gewohnheit ausgef&#252;hrte Griff zu einer Zeitung, zur TV-Bedienung, zum Radio, wenn ohne Bewusstsein und Alternative ausgef&#252;hrt, sind das Treppenstufen in die unterirdische H&#246;hle herab. </p><p>Deswegen muss Prim&#228;rliteratur gelesen werden. Deswegen muss jede Idee frei zug&#228;nglich sein - damit es unm&#246;glich wird, Menschen in grossen Massen zu manipulieren. </p><p>Das Urheberrecht ist eines vieler politischer Instrumente, mit denen Zensur betrieben wird. Politik handelt zwar grobschl&#228;chtig, aber sie ist nicht dumm. So klug sie auch sein mag, sie ist nicht weise und konstruktiv genug, um gute Argumente gegen schlechte Argumente vorzubringen, und so greift sie zu ihren grobschl&#228;chtigen Mitteln zur&#252;ck, und bestraft jeden Menschen - finanziell oder mit Freiheitsentzug -, der die freie Verbreitung aller Ideen aktiv praktiziert. Aus diesem, und einigen anderen Gr&#252;nden, kennt die Gegenwart sehr wenig geistige Freiheit (auch nicht in den Wissenschaften, in der Philosophie, in der Anthroposophie - &#252;berall wird Selbstzensur betrieben). Wir wissen selten davon, weil wir nichts anderes kennen. Wer nur die H&#246;hle kennt, der meint, die Welt h&#228;tte B&#246;ses an sich. Wer in der H&#246;hle lebt, der hat keine Ahnung von der besten aller m&#246;glichen Welten, der lebt in einer Welt von Konflikten, Krankheiten, Katastrophen. Es gibt gar grosse Denker, wie Hans Blumenberg, die meinen, die H&#246;hle sei ein Gleichnis zum Beschreiben einer Verschw&#246;rung durch Eliten gegen ihr Volk. In Referenz zum siebten Buch im politischen Werk &#8220;Politeia&#8221; ist das leider nicht einmal ganz falsch, aber es missrepr&#228;sentiert die Idee dahinter. An anderen Stellen in Platons Werk sind die Schatten nicht Puppen, sondern Nachbilder des Geschehens ausserhalb der H&#246;hle. Der Hans hat uns dadurch vielleicht nur gezeigt, wie es in seiner eigenen H&#246;hle drinnen aussieht. </p><p>Wer aus der H&#246;hle hinaustritt, wer die verschiedenen verdammten B&#252;cher in die Hand nimmt, aufschl&#228;gt und liest, die ohne eine begleitende, kommentierende Erz&#228;hlstimme zeigen wo das Wahre und Falsche an der Fremden Idee sei, wer sich auf die fremden, furchterregenden B&#252;cher und Ideen einl&#228;sst, der kann mit der Zeit beginnen zu verstehen, welches Ausmass die Vielfalt der Welt hat. Sich mit den Ideen der von uns so leichtfertig Verfluchten zu besch&#228;ftigen, sei dies der Koran, die Torah, Propagandaschriften alter Reiche, &#220;ber die Entstehung der Arten, Geheimwissenschaft im Umriss, usw, der wird getestet in seinem Geist. Wer dem Fremden gegen&#252;ber das Herz &#246;ffnen kann, ohne dem Fremden dadurch zu unterliegen - wer &#8220;sich selber&#8221; bleiben kann, wer das Fremde kennenlernen kann ohne &#252;bertiebene Skepsis zwischen sich und die Idee zu setzen, der sieht sich selber auf einmal <em>vor</em> der H&#246;hle stehen. Prinzipielle <em>Skepsis</em> ist ein Verteidigungsmechanismus des schwachen Geistes, genauso wie <em>Unterwerfung</em> ein Zeichen von Geistesschw&#228;che ist. </p><p>Wer seinen Geist diesem Test nicht aussetzen m&#246;chte, der kann beginnen sich Namen zu suchen f&#252;r die einzelnen Kettenglieder seiner Kette. Viel anderes als die Kette und die H&#246;hlenwand wird er im vermeidenden Leben n&#228;mlich nicht kennenlernen. </p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Zwei nach vorne, einer zurück]]></title><description><![CDATA[Alle zwei-drei Jahre dr&#228;ngt sich eine &#220;berarbeitung des Weltanschauungsprinzips auf. Es ist ein aus eigener Notwendigkeit heraus aufkommender Zyklus geworden.]]></description><link>https://12weltanschauungen.substack.com/p/zwei-nach-vorne-einer-zurueck</link><guid isPermaLink="false">https://12weltanschauungen.substack.com/p/zwei-nach-vorne-einer-zurueck</guid><dc:creator><![CDATA[Steinerschüler]]></dc:creator><pubDate>Sun, 28 Sep 2025 11:44:32 GMT</pubDate><enclosure url="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!ka0c!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fa0add037-6857-4d69-ae3a-de1452c559da_1000x667.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Das Interesse am Weltanschauungsprinzip entstand bei mir erstens aus der Erkenntnis, dass nicht ordentlich studiert werden kann, wenn das Vorhandene nicht ordentlich geordnet werden kann; und zweitens die Erkenntnis, dass f&#252;r die Vielfalt der Schriften und Gedanken kein koh&#228;rentes, &#252;bergeordnetes Ordnungssystem existiert. Vielleicht entstand das Interesse aus einem anderen Grund, r&#252;ckblickend kann ich das nicht mehr genau bestimmen. </p><h4>Ordnung erlaubt &#220;berschau</h4><p>Jedenfalls fand ich die Weltanschauungen bei Rudolf Steiner, und damit das System, mit denen er sie ordnete. Wie es m&#246;glich ist, dass hier &#252;ber hundert Jahre keine weitere bedeutende Vertiefung stattfand, ist mir ein R&#228;tsel. Genauso ist es mir ein R&#228;tsel, warum Steiner dieses System nicht selber tiefer ausarbeitete. Ich frage mich: ist es m&#246;glich, dass kein Mensch ein Interesse daran hat, sich mit etwas zu vertiefen, und die Entscheidung zur Vertiefung daran zu kn&#252;pfen, was sich findet? Er kann niemals das Passende finden, wenn sich keine ordentliche Kategorisierung findet, nach der er die Vielfalt des Vorhandenen &#252;berhaupt erst &#252;berblicken kann. Warum also das Schulterzucken, und das oberfl&#228;chliche, ziellose St&#246;bern und Ramschen? Warum nicht sagen: &#8220;Hier wird eine Ordnung gebraucht, um das f&#252;r mich Richtige zu finden - ich suche die Ordnung, arbeite sie aus, und entscheide dann!&#8221; So hat der Mensch die Grundlage, ja das Recht, sich einem Thema mit ganzem Geist r&#252;cksichtslos und ohne zaudern widmen zu k&#246;nnen. Er weiss: ich habe alles in seiner vollen Pracht sehen k&#246;nnen, und f&#252;r dieses hier entscheide ich mich. </p><p>Es irritiert mich, dass diese Aufgabe an mir h&#228;ngen bleibt, denn ich habe nicht das passende Temperament, nicht die F&#228;higkeit, nicht die Geduld, und ganz bestimmt nicht die Bandbreite f&#252;r eine Arbeit wie das Weltanschauungsprinzip. Ja, eigentlich habe ich &#252;berhaupt kein Interesse daran; mir widerstrebt es, mich einer Vielfalt zu widmen. Mein Interesse gilt der sch&#246;nen Mathematik auf dem Duodezimalsystem. Ich will meinen Kopf &#252;ber dutzende B&#252;cher zu diesem einen Thema beugen, mich darin vertiefen, und die Welt um mich herum vergessen. Ich will nicht tausende Gebiete verschiedenster Art ordnen, und mich von Gegensatz zu Gegensatz bewegen. Ich will nicht auf verschiedensten Gebieten ein Trottel bleiben, &#252;berall ein Einblick, nirgendwo eine echte F&#228;higkeit. </p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!ka0c!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fa0add037-6857-4d69-ae3a-de1452c559da_1000x667.jpeg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!ka0c!,w_424,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fa0add037-6857-4d69-ae3a-de1452c559da_1000x667.jpeg 424w, 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class="image-link-expand"><div class="pencraft pc-display-flex pc-gap-8 pc-reset"><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container restack-image"><svg role="img" width="20" height="20" viewBox="0 0 20 20" fill="none" stroke-width="1.5" stroke="var(--color-fg-primary)" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg"><g><title></title><path d="M2.53001 7.81595C3.49179 4.73911 6.43281 2.5 9.91173 2.5C13.1684 2.5 15.9537 4.46214 17.0852 7.23684L17.6179 8.67647M17.6179 8.67647L18.5002 4.26471M17.6179 8.67647L13.6473 6.91176M17.4995 12.1841C16.5378 15.2609 13.5967 17.5 10.1178 17.5C6.86118 17.5 4.07589 15.5379 2.94432 12.7632L2.41165 11.3235M2.41165 11.3235L1.5293 15.7353M2.41165 11.3235L6.38224 13.0882"></path></g></svg></button><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container view-image"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="20" height="20" viewBox="0 0 24 24" fill="none" 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Aber wie kann ich mich meinem Interesse widmen, wenn ich weiss, dass mein Interesse ungeordnet neben unz&#228;hligen anderen gleichgestellt wird? Es ist nicht m&#246;glich, es nagt zu sehr, es l&#228;sst keine Ruhe zu wissen, dass rundherum &#252;berall Chaos ist. Jegliche Arbeit die ich verrichte wird in diesem Chaos untergehen - wie auch alles andere auch. Also muss zuerst geordnet werden, um das Kategorienchaos in den Griff zu kriegen, und dadurch den Rest endlich sorglos ausblenden zu k&#246;nnen. Mit den Jahren ist in mir dieser Eindruck st&#228;rker geworden. </p><p>Jedenfalls f&#252;hrte der Drangsal gegen das Chaos aufzukommen zum Weltanschauungsprinzip. Zu Beginn waren es lediglich die &#8220;zw&#246;lf Weltanschauungen&#8221;. Was ist der Idealismus, muss ich jetzt Schelling und Fichte lesen? Ist Psychologie was Steiner mit Psychismus meint? Was ist &#8220;Dynamismus&#8221;, warum bringen alle immer den Begriff &#8220;Kraft&#8221; damit in Verbindung? Hat der Pneumatismus mit Hydraulik oder mit der Lunge zu tun? Was ist der Monadismus, hat der mit Atomen zu tun - die sind doch kugelig und interagieren? Das sind die gew&#246;hnlichen Anfangsfragen, wenn die zw&#246;lf Begriffe auf dem Kreis erstmals angeschaut werden. Dann folgt etwas Vertiefung: was sind denn die sieben Weltanschauungsstimmungen? Wie kann der Mystismus der Stimmungen mit dem Monadismus der Zw&#246;lf verbunden werden? Sind die Stimmungen Gem&#252;tsstimmungen, oder Nuancen der Zw&#246;lf? Haben die Stimmungen etwas mit mir zu tun? </p><p>So wird &#252;berlegt und &#252;berlegt, und f&#252;r lange Zeit kommt nie wirklich ein Gef&#252;hl f&#252;r all die Begriffe auf. Die m&#246;glichen Kombinationen sind &#252;berw&#228;ltigend (es sind 255, streng genommen). Und all die Unterscheidungen sollen m&#246;glich sein? Wenn sie nicht m&#246;glich w&#228;ren, wof&#252;r dann das System? So wird das Ganze verworfen, und erst einmal beiseite gelegt. Wenn aber das Chaos rundherum anh&#228;lt, und kein anderes System &#252;berhaupt Begriffe findet um die Vielfalt irgendwie ordnen zu k&#246;nnen, dann wird nach einer gewissen Ruhepause und Verdauungszeit &#8220;Der menschliche und der kosmische Gedanke&#8221; (<a href="https://anthrowiki.at/GA_151">hier gratis als PDF</a>) wieder hervorgenommen, und noch einmal durchgelesen. Ganz andere Fragen tauchen nun auf. Was hat es sich mit dem Nietzsche auf sich, der durch drei Kombinationen aus Weltanschauungen und Substanzen wanderte? Was sind eigentlich die Seelent&#246;ne - wie soll ein theistischer Materialismus m&#246;glich sein? </p><p>Es braucht wohl eine gewisse Starrk&#246;pfigkeit, ein solches System durchschauen zu wollen, denn ich kann mich an keinerlei Fortschritt erinnern w&#228;hrend der ersten Jahre meines Studiums der Weltanschauungen. Ich zeichnete &#252;ber die Jahre wohl hunderte Kreise, drehte und arrangierte die zw&#246;lf auf diese und jene Art, teilte sie B&#228;umen und Metallen zu, und sonst allem was man sich denken kann. Ich kaufte einige mehrb&#228;ndige Enzyklop&#228;dien, in denen ich all die fremden Begriffe nachsuchte und studierte. Ich las die bisher gr&#252;ndlichste Arbeit zum Thema, das Buch &#8220;Die Wahrheit als Gesamtumfang aller Weltansichten&#8221; von Sigismund von Gleich. Ein unglaublicher Frust war dieses Buch. Es hat zwar seinen Platz in einem meiner B&#252;chergestelle, aber ich habe die ersten paar Jahre meines Studiums darin gelesen und es danach nie mehr aufgeschlagen. Das Buch schafft es &#252;ber tausende Worte zum grandiosesten Thema der Welt <em>nichts aber auch gar nichts zu sagen</em> (!). Das ist eine aussergew&#246;hnliche Leistung, selbst f&#252;r den Intellektualismus. </p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!mA_L!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fcbe71eeb-dc2c-44b3-9c54-d1e1bb990b00_7360x4912.jpeg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!mA_L!,w_424,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fcbe71eeb-dc2c-44b3-9c54-d1e1bb990b00_7360x4912.jpeg 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!mA_L!,w_848,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fcbe71eeb-dc2c-44b3-9c54-d1e1bb990b00_7360x4912.jpeg 848w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!mA_L!,w_1272,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fcbe71eeb-dc2c-44b3-9c54-d1e1bb990b00_7360x4912.jpeg 1272w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!mA_L!,w_1456,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fcbe71eeb-dc2c-44b3-9c54-d1e1bb990b00_7360x4912.jpeg 1456w" sizes="100vw"><img src="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!mA_L!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fcbe71eeb-dc2c-44b3-9c54-d1e1bb990b00_7360x4912.jpeg" width="1456" height="972" data-attrs="{&quot;src&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/cbe71eeb-dc2c-44b3-9c54-d1e1bb990b00_7360x4912.jpeg&quot;,&quot;srcNoWatermark&quot;:null,&quot;fullscreen&quot;:null,&quot;imageSize&quot;:null,&quot;height&quot;:972,&quot;width&quot;:1456,&quot;resizeWidth&quot;:null,&quot;bytes&quot;:10065478,&quot;alt&quot;:null,&quot;title&quot;:null,&quot;type&quot;:&quot;image/jpeg&quot;,&quot;href&quot;:null,&quot;belowTheFold&quot;:true,&quot;topImage&quot;:false,&quot;internalRedirect&quot;:&quot;https://12weltanschauungen.substack.com/i/174744000?img=https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fcbe71eeb-dc2c-44b3-9c54-d1e1bb990b00_7360x4912.jpeg&quot;,&quot;isProcessing&quot;:false,&quot;align&quot;:null,&quot;offset&quot;:false}" class="sizing-normal" alt="" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!mA_L!,w_424,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fcbe71eeb-dc2c-44b3-9c54-d1e1bb990b00_7360x4912.jpeg 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!mA_L!,w_848,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fcbe71eeb-dc2c-44b3-9c54-d1e1bb990b00_7360x4912.jpeg 848w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!mA_L!,w_1272,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fcbe71eeb-dc2c-44b3-9c54-d1e1bb990b00_7360x4912.jpeg 1272w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!mA_L!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fcbe71eeb-dc2c-44b3-9c54-d1e1bb990b00_7360x4912.jpeg 1456w" sizes="100vw" loading="lazy"></picture><div class="image-link-expand"><div class="pencraft pc-display-flex pc-gap-8 pc-reset"><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container restack-image"><svg role="img" width="20" height="20" viewBox="0 0 20 20" fill="none" stroke-width="1.5" stroke="var(--color-fg-primary)" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg"><g><title></title><path d="M2.53001 7.81595C3.49179 4.73911 6.43281 2.5 9.91173 2.5C13.1684 2.5 15.9537 4.46214 17.0852 7.23684L17.6179 8.67647M17.6179 8.67647L18.5002 4.26471M17.6179 8.67647L13.6473 6.91176M17.4995 12.1841C16.5378 15.2609 13.5967 17.5 10.1178 17.5C6.86118 17.5 4.07589 15.5379 2.94432 12.7632L2.41165 11.3235M2.41165 11.3235L1.5293 15.7353M2.41165 11.3235L6.38224 13.0882"></path></g></svg></button><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container view-image"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="20" height="20" viewBox="0 0 24 24" fill="none" stroke="currentColor" stroke-width="2" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" class="lucide lucide-maximize2 lucide-maximize-2"><polyline points="15 3 21 3 21 9"></polyline><polyline points="9 21 3 21 3 15"></polyline><line x1="21" x2="14" y1="3" y2="10"></line><line x1="3" x2="10" y1="21" y2="14"></line></svg></button></div></div></div></a></figure></div><p>So wurde skizziert, gelesen, nachgedacht; es wurden Frustpausen eingelegt, es wurde an N&#228;geln gekaut, in Kissen hineingeschrien&#8230; Das waren die ersten Zyklen des Aufbauens und Verwerfens. </p><h4>Webseite</h4><p>Irgendwann erstellte ich eine Webseite, und versuchte mit &#246;ffentlichen Artikeln zu allerlei Themen mit Ber&#252;hrung zu den Weltanschauungen meine eigene Motivation zu halten. So schrieb ich rund 200 Artikel, zu allem und nichts. In vielen Artikeln versuchte ich nichts anderes, als ein Kategorisierungssystem auszuarbeiten. Ja, ich w&#252;rde sagen, dass ein Grossteil der Arbeit auf <a href="https://weltanschauung.org/">weltanschauung.org</a> darauf hinauslief, die Begriffe auf verschiedenste Arten ordnen zu wollen. Sie wurden mit K&#252;rzeln versehen, in s&#228;mtlichen Kombinationen aufgelistet, etymologisch ihren Silben nach analysiert, und viel anderes. Das System in sich wurde entwickelt: Polarit&#228;ten, Nachbarschaften, Dom&#228;nen, Exile, Positivismus, und einige weitere Konzepte fanden ihren Weg zur Systematik. Nach und nach ufterte die Seite mit all den Artikeln aber so aus, dass ich sie irgendwann einfach l&#246;schte und neu aufsetzte. Das war wohl der erste bedeutende Zyklus mit Neuanfang. Ich bin sicher, es kommen noch weitere. </p><p>Die neue Seite heisst genau gleich, aber sie wurde vereinfacht. Ich ordnete Artikel nun nicht mehr nach <em>einfach</em> (Pr&#228;sentation), <em>vertiefend</em> (Kontemplation) und <em>komplex</em> (Kontention), sondern nach den vier Gattungen von die &#8220;dutzend Weltanschauungen&#8221;, den &#8220;sieben Visibilit&#228;ttsstufen&#8221; (Stimmungen), den &#8220;drei Seelent&#246;nen&#8221; und dem &#8220;Anthropomorphismus&#8221;. Die Artikel sind nach diesem System allein auf die einzelnen Weltanschauungen fokussiert. Aber auch diese Ordnung fand vor einigen Tagen nun ihr Ende. </p><p>K&#252;nstliche Intelligenz half mir in gewisser Weise mit mir selber ins Gespr&#228;ch zu kommen, was die Weltanschauungen betrifft. K&#252;nstliche Intelligenz reflektiert mir meine Sprache in leicht abgewandelter Form. Sie hat damit die F&#228;higkeit, die in mir bereits vage vorhandenen Ideen zu festigen. So zeigten sich in den letzten Monaten bedeutende Fortschritte in der Vertiefung des Weltanschauungsprinzips. Wenn die KI etwas zusammenfasste, zeigten sich mir viel schneller Widerspr&#252;che, als wenn ich Widerspr&#252;che in meinen eigenen Schriften finden musste. Die KI half mir immens in der Aufgabe, einfache Begriffe zu finden die sich selber erkl&#228;ren, ohne dass Definitionen, und dann Erkl&#228;rungen der Definitionen, gesucht und gelesen werden m&#252;ssen. </p><h4>Neue Gattungsbegriffe</h4><p>Es sind nun nicht mehr die &#8220;zw&#246;lf Weltanschauungen&#8221;, die zu zw&#246;lf Arten von Wahrheit oder Erkenntnis f&#252;hren. Es sind auch nicht zw&#246;lf Denkrichtungen, oder zw&#246;lf Arten des Bewusstseins oder dergleichen. Die Zw&#246;lf sind &#8220;Substanzen&#8221;, mit ihrer jeweiligen Form und Existenz. Wahrheit und Erkenntnis sind Teil der idealistischen Substanz, so auch das Denken. Bewusstsein ist auch eine Substanz, aber eine geistige, nicht eine ideelle. Diese Substanzen sind in der Welt und im Menschen. Nimmt der Mensch eine bestimmte Substanz speziell wahr, so ist das nicht seine Psyche oder sein Denken das in bestimmter Weise ausgerichtet ist, sondern es ist das ausser ihm Vorhandene, das mit dem in ihm Vorhandenen zusammenwirkt. Zu sagen, dass bei der Weltanschauung das Denken wirke, w&#252;rde den Idealismus &#252;ber die anderen Weltanschauungen stellen. Das Denken, oder die Vernunft, oder die Psyche usw, sind verschiedene Substanzen unter den Zw&#246;lf. Keine davon ist der &#220;berbegriff der Zw&#246;lf. Das ist eine wichtige Unterscheidung, die uns hilft die Substanzen ebenb&#252;rtig zu kategorisieren. Um die idealistische und psychistische F&#228;rbung des Weltanschauungsprinzips durch den Begriff &#8220;zw&#246;lf Weltanschauungen&#8221; zu neutralisieren, sind es fortan die &#8220;zw&#246;lf Substanzen&#8221;; dasjenige, das &#8220;darunter steht&#8221; (<em>sub</em> unter + <em>stare</em> stehen), das Zugrundeliegende, oder Grundlegende. </p><p>Auch die &#8220;sieben Visibilit&#228;tsstufen&#8221; (Weltanschauungs-Stimmungen) bekommen einen neuen Begriff, der viel zug&#228;nglicher und deutscher ist: sieben Zust&#228;nde. Auch hier finden wir die Gattung von nun an nicht mehr direkt vom Menschen abh&#228;ngig, sondern den Menschen als ein Wesen das auf etwas zugreift, das auch ihn selber formt. Somit haben wir nicht mehr verschiedenfarbige Brillen, oder Gem&#252;tsstimmungen oder dergleichen, wenn wir in die Welt schauen, sondern wir haben sieben gleichzeitig vorhandene Zust&#228;nde einer jeden Substanz. Wie wenn Wasser gleichzeitig vereist, als Dampf oder fl&#252;ssig vorhanden sein k&#246;nnte, findet sich f&#252;r jede Substanz stets gleichzeitig das Klarste und &#196;usserste (Gnostismus), das Verborgendste und Tiefgr&#252;ndigste (Okkultismus), sowie f&#252;nf weitere Zust&#228;nde dazwischen. </p><p>Die &#8220;drei Seelent&#246;ne&#8221; werden von nun an ebenfalls durch einen handfesten Begriff beschrieben: die drei Orte. Diese beschreiben wo die Substanzen auftreten - bei Gott, am Menschen oder in der Welt. Auch hier gilt: wir l&#246;sen uns mit dieser Begrifflichkeit vom Menschen, und geben dem &#196;usseren und dem H&#246;heren gleichfalls G&#252;ltigkeit. Erst bei der n&#228;chsten Gattung setzen wir den Menschen in die Mitte. </p><p>Schliesslich wir der &#8220;Anthropomorphismus&#8221; durch einen Begriff &#252;bersetzt, der vermutlich nicht gleich einzuordnen ist: Weltanschauung, oder Anschauung des Menschen. Hier gibt es keine Anzahl, sondern eine einzige. F&#252;r jeden einzelnen Menschen eine, die einerseits aus der Kombination der Gattungen, und andererseits aus der Person und deren Geschichte besteht. </p><h4>Aber&#8230;</h4><p>Interessant ist aber, dass die von Steiner zugewiesenen Gattungsbegriffe sehr zutreffend sind, wenn wir beim Weltanschauungsprinzip vom Menschen ausgehen. Die Begriffe die ich gebrauche, setzen meiner Meinung nach weder das G&#246;ttliche, die Welt oder den Menschen in den Mittelpunkt; sie sind neutral. Vermutlich k&#246;nnten wir mit der Welt im Mittelpunkt ebenfalls passende Gattungsbegriffe finden, die den Menschen in etwas sonderartiger Weise ausschliessen, so wie Steiner die Welt und Gott aus seinen Gattungsbegriffen sonderartig ausschloss. Wir sehen daran, welche zentrale Rolle der Mensch in den Augen Steiners hatte. Ich bin mir aber noch nicht sicher, was ich damit machen kann oder sollte, und ob &#252;berhaupt. </p><p>Wie wird wohl die n&#228;chste Revision aussehen? Ich will gar nicht dran denken. Es ist einerseits befreiend, sich von einer schweren Masse befreien zu k&#246;nnen, gleichzeitig w&#252;nschte ich, dass dieses st&#228;ndige Kategorisieren und &#220;berarbeiten endlich ein Ende f&#228;nde. Am besten w&#228;re es, wenn einfach jemand mit entsprechenden F&#228;higkeiten das ganze Projekt &#252;bernehmen k&#246;nnte. Mir ist es ein Zwang und ein Laster; etwas, das mich nicht in Ruhe l&#228;sst solange es nicht gel&#246;st ist, das ich aber gerne weit, weit hinter mir s&#228;he. </p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[In jeder Idee ist Wahrheit]]></title><description><![CDATA[Damit eine Idee entstehen und dann bestehen kann, muss sie notwendigerweise etwas Wahres im Kern haben. So hat jede Idee mindestens ein K&#246;rnchen Wahrheit in sich.]]></description><link>https://12weltanschauungen.substack.com/p/in-jeder-idee-ist-wahrheit</link><guid isPermaLink="false">https://12weltanschauungen.substack.com/p/in-jeder-idee-ist-wahrheit</guid><dc:creator><![CDATA[Steinerschüler]]></dc:creator><pubDate>Sun, 26 Jan 2025 13:42:48 GMT</pubDate><enclosure url="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!u4Wz!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F7e684c83-5e31-48e4-aac3-e824901508c1_897x886.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Jede Idee die etwas sagt, sagt gleichzeitig unz&#228;hlige Dinge nicht. Die Aussage grenzt sich auf etwas ein, mit dem sie sich besch&#228;ftigt. Missachtet die Aussage diese Vorgabe, und grenzt sie sich nicht ein, so macht sie allgemeine Aussagen, die f&#252;r verschiedenste Dinge gelten. Je allgemeiner eine Aussage ist, desto schwieriger ist es f&#252;r sie, &#252;berhaupt noch etwas sagen zu k&#246;nnen, bis sie aufh&#246;rt eine Aussage zu sein, und sich hinter den Worten versteckt und verschleiert. </p><h3>Die Grenze der Idee</h3><p>Der Mensch muss sich selber verstehen k&#246;nnen, um zu Aussagen stehen zu k&#246;nnen. Er muss seine Rolle in der Welt verstehen und akzeptieren, um Aussagen wagen zu k&#246;nnen, die wahr sind. Der Mensch muss zu sich selber stehen k&#246;nnen, um seinen Ideen den notwendigen Stand geben zu k&#246;nnen. Versteht der Mensch sich nicht, oder findet er nicht den Mut, sich von der Welt in angemessener Weise abzugrenzen, so werden ihm Aussagen unangenehm. Der Mensch der sich nicht in ein wahrheitsgem&#228;sses Verh&#228;ltnis zur Welt setzen kann ist versucht, allen Dingen G&#252;ltigkeit geben zu wollen, um nicht aus Versehen seiner eigenen Person G&#252;ltigkeit abzusprechen. So wie die Aussage den Mut haben muss, ihren Gegenstand von anderen Gegenst&#228;nden abzugrenzen, so muss das Bed&#252;rfnis nach Wahrheit im Menschen den Mut finden, den Menschen von der Welt abzugrenzen. </p><p>Wenn wir nun sagen, dass &#8220;in jeder Idee Wahrheit&#8221; sei, so geben wir nicht allem G&#252;ltigkeit. Wir werden nicht zu Relativisten, wenn wir <em>Ideen an sich</em> gewisse Wahrheit zugestehen, denn der Relativismus ist eine S&#252;nde des Menschen, der mit gesenkten Augen, eingefallener Schulter und geb&#252;cktem R&#252;cken vor&#252;ber geht, wenn er dazu aufgerufen wird, sich ohne eine helfende St&#252;tze einer Idee zu stellen. Wir sind hier keine Relativisten, vielmehr stellen wir uns einer jeden Idee, und sagen: dies hier ist die Dom&#228;ne der Idee, und dies hier ist die Grenze der Dom&#228;ne. &#220;ber diese Grenze hinaus h&#246;rt die Idee auf, wahrheitsf&#228;hig zu sein, so wie ein Bauer &#252;ber die Grenze seines Ackers aufh&#246;rt rechtm&#228;ssig pflugf&#228;hig zu sein. Der Bauer kann weiterpfl&#252;gen, aber bald einmal wird er von seinem Nachbarn oder von der Natur aufgehalten. Es gibt nat&#252;rliche wie auch menschengemachte Grenzen, und jeder Versuch des &#220;berschreitens hat seine Folgen. Es m&#252;ssen wohl immerzu Versuche gemacht werden die Grenzen zu testen, und es m&#252;ssen die Versuche anderer abgewehrt werden - aber manche Versuche sind es von vornherein nicht wert. </p><p>Bei Ideen ist es nicht so klar wie beim Ackerbau, wo denn die Grenzen vorhanden sind, und es ist genausowenig klar, was die Folgen des &#220;berschreitens sind. Die Erbs&#252;nde aller Philosophie und allen Wissenschaftens ist es, zu wenig R&#252;cksicht auf die Grenzen zu nehmen. Auch wenn bei Ideen die Kausalit&#228;t nicht ann&#228;hernd so klar auszumachen ist wie beim Ackern, so gibt es trotzdem &#252;berall Grenzen, die respektiert werden m&#252;ssen. Es wird ein sehr klares Denken vom Menschen verlangt, die Grenzen von Ideen wahrzunehmen. Entwickelt der Mensch einmal diese F&#228;higkeit, so &#246;ffnen sich ihm mit der Zeit Zug&#228;nge zu verschiedenen Arten von Erkenntnis. Grenzen von Ideen sehen zu k&#246;nnen ist eine seltene Gabe; eine Gabe aber, die bei allen Fragen zu einer bedeutenden Zunahme an Klarheit verhilft. </p><h3>Das objektive Wesen der Idee</h3><p>In der Mathematik stellt sich immer wieder die Frage, ob sie &#8220;gefunden&#8221; oder &#8220;geschaffen&#8221; w&#252;rde. Es ist eine absurde Frage, weil die Gesetzm&#228;ssigkeiten der Mathematik durch logische Beweisf&#252;hrungen gefunden werden. Was geschaffen wird, ist die Sprache durch die diese Gesetzm&#228;ssigkeiten vom Menschen dargestellt und verstanden werden. Der Mensch begibt sich durch das Denken zum Objektiven (sei das eine mathematische Formel oder eine Idee), aber seine Sprache, d.h. seine Wege zum &#220;bersetzen der Gedanken in Begriffe und Terme, das ist der Beitrag des Menschen selber. Es mag eine grosse Anzahl Menschen sein, die sich an der Entwicklung einer Sprache bet&#228;tigen, und so manche Begriffe haben etwas an sich, das weit &#252;ber die F&#228;higkeiten eines einzelnen Menschen hinausgeht, aber die Sprache ist niemals f&#228;hig so rein zu sein wie die Ideen, die sie darzustellen hat. So, wie ein Werkzeug niemals jeden m&#246;glichen Werkstoff bearbeiten kann, kann auch eine Sprache niemals jede Art von Idee darstellen. Der Spielplatz der Sprachen ist die &#8220;Kunst&#8221;, wo Darstellungsversuche aller Art geschehen - von Tanz, Reden, Musik und Gesang, &#252;ber Bildhauerei, Schriftstellerei und Malerei zu Architektur, K&#252;che, Programmierung, Design und allerlei anderen Dingen. All das sind Sprachen, die in bestimmter Weise Ideen ausdr&#252;cken, und diese dabei zu realen Dingen formen. Die Kunst ist die &#220;bersetzung der Ideen ins Reale, wobei in der &#220;bersetzung immer gewisse Feinheiten der Ideen verlorengehen. </p><p>Die Ideen sind &#252;ber all diesen Sprachen. Wie sie in ihrer Reinform existieren, dass kann nur durch ein ge&#252;btes, bewegliches, von Vorstellungskr&#228;ften durchdrungenes Denken nachvollzogen werden. Und diese Ideen werden in die vielf&#228;ltigen (und damit imperfekten) Formen des Weltlichen hineingebracht. </p><h3>Das Licht in der Idee</h3><p>Damit eine Idee sein kann, muss sie etwas H&#246;heres sein als das Allt&#228;gliche und Gew&#246;hnliche. Die Idee hat immer etwas Allgemeines an sich, w&#228;hrend das Reale immer etwas Spezielles hat. Die Idee wird durch einen Geist herausgezogen aus den Mustern, die ausserhalb der Ideenwelt vorhanden sind. Was z.B. Abstellfl&#228;chen mit Verbindungen zum Boden gemeinsam haben, das nennen wir &#8220;Tisch&#8221;, und aus Begriffen wie diesem ziehen wir die Idee des Tisches. Ich will etwas absetzen, ohne es auf den Boden zu setzen, so setze ich es auf eine Fl&#228;che die &#252;ber dem Boden ist. Diese andere Fl&#228;che kann aber nicht schweben, und so stelle ich die Fl&#228;che auf etwas drauf, das die Fl&#228;che ohne umzukippen stabil &#252;ber dem Boden halten kann. Wie ich die Fl&#228;che forme, und wie ich die Beine darunter forme, dazu finden sich unz&#228;hlige M&#246;glichkeiten. Es gibt keinen Tisch der Tische im Realen, aber es gibt eine Idee dahinter. Den Tisch der Tische &#8220;gibt es&#8221; im Ideellen. Es gibt einen idealen Urtisch, aber es gibt keinen realen Urtisch. </p><p>Die Idee sch&#246;pft sich aus den T&#228;tigkeiten des Geistes. Wo ein Bewusstsein f&#252;r eine Ordnung wirkt, da ist eine Idee des Bewusstseins am wirken. Die Ordnung erlaubt dem Bewusstsein einen Zugriff auf die Idee. Die Idee ist ein wahres Erstes, aus dem sich das Spezielle formte. Auf dem Weg zur speziellen Form hat die Idee unz&#228;hlige M&#246;glichkeiten verformt und verzerrt zu werden, aber f&#252;r sich ist die Idee ohne L&#252;ge und ohne Fehler. </p><p>Selbstverst&#228;ndlich erstehen in einem augenblich Widerst&#228;nde, wenn gesagt wird, dass &#8220;in jeder Idee Wahrheit&#8221; sei. Ja was ist denn mit all den Ideen die zu Weltkriegen und Volksvernichtungen f&#252;hrten? Was ist mit den Ideen, die von Verr&#252;ckten getragen werden? Was ist mit hasserf&#252;llten Ideen, mit rachs&#252;chtigen Ideen, mit selbst&#252;berh&#246;henden Ideen? Was ist hinter all den Verbrechen und Vertuschungen von Verbrechen, wenn letzten Endes nicht Ideen? Es k&#246;nnen alle Tods&#252;nden zu Verbrechen f&#252;hren, aber sobald es nicht nur reiner Affekt ist, der zu einer &#220;beltat f&#252;hrt, ist eine Idee am wirken. Wie kann da nun Wahrheit vorhanden sein? </p><p>Die Idee tr&#228;gt nicht die Schuld f&#252;r ihre &#220;bersetzung. Wenn ein Mensch aus einer bestimmten Kultur, der in einer bestimmten Sprache spricht, zu einem Menschen aus einer anderen Kultur mit einer anderen Sprache spricht, und die beiden einander nicht verstehen, so ist es nicht die Schuld der Sprache, wenn sie nicht verstanden wird. Es ist auch nicht die Schuld des Sprechers, wenn der Zuh&#246;rer in durch die H&#252;rden zwischen ihnen nicht versteht. Schreitet der Zuh&#246;hrer in seinem Unverstehen zu einer &#252;blen Tat &#252;ber, weil er falsch versteht was zu ihm gesprochen wird, so tr&#228;gt der Zuh&#246;rer die Schuld an der Tat. Wir m&#252;ssen sehr gut zuh&#246;ren, um einander richtig zu verstehen, denn selbst innerhalb einer einzigen Kultur und Sprache kann es bereits zu grundlegenden Missverst&#228;ndnissen kommen. Wir d&#252;rfen uns nicht von unseren eigenen Vorstellungen zum Anderen in Ketten legen lassen, sondern sollten annehmen, dass da etwas ist, das gut ist, das wir noch nicht verstehen. Und der deutlichste Hinweis, dass wir es noch nicht verstehen ist dann gegeben, wenn wir das Gute im Anderen nicht sehen k&#246;nnen. Die G&#252;te zu erkennen ist der Hinweis auf das Verstehen des Anderen. </p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!u4Wz!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F7e684c83-5e31-48e4-aac3-e824901508c1_897x886.png" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!u4Wz!,w_424,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F7e684c83-5e31-48e4-aac3-e824901508c1_897x886.png 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!u4Wz!,w_848,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F7e684c83-5e31-48e4-aac3-e824901508c1_897x886.png 848w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!u4Wz!,w_1272,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F7e684c83-5e31-48e4-aac3-e824901508c1_897x886.png 1272w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!u4Wz!,w_1456,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F7e684c83-5e31-48e4-aac3-e824901508c1_897x886.png 1456w" sizes="100vw"><img src="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!u4Wz!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F7e684c83-5e31-48e4-aac3-e824901508c1_897x886.png" width="897" height="886" data-attrs="{&quot;src&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/7e684c83-5e31-48e4-aac3-e824901508c1_897x886.png&quot;,&quot;srcNoWatermark&quot;:null,&quot;fullscreen&quot;:null,&quot;imageSize&quot;:null,&quot;height&quot;:886,&quot;width&quot;:897,&quot;resizeWidth&quot;:null,&quot;bytes&quot;:464109,&quot;alt&quot;:null,&quot;title&quot;:null,&quot;type&quot;:&quot;image/png&quot;,&quot;href&quot;:null,&quot;belowTheFold&quot;:true,&quot;topImage&quot;:false,&quot;internalRedirect&quot;:null,&quot;isProcessing&quot;:false,&quot;align&quot;:null,&quot;offset&quot;:false}" class="sizing-normal" alt="" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!u4Wz!,w_424,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F7e684c83-5e31-48e4-aac3-e824901508c1_897x886.png 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!u4Wz!,w_848,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F7e684c83-5e31-48e4-aac3-e824901508c1_897x886.png 848w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!u4Wz!,w_1272,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F7e684c83-5e31-48e4-aac3-e824901508c1_897x886.png 1272w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!u4Wz!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F7e684c83-5e31-48e4-aac3-e824901508c1_897x886.png 1456w" sizes="100vw" loading="lazy"></picture><div class="image-link-expand"><div class="pencraft pc-display-flex pc-gap-8 pc-reset"><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container restack-image"><svg role="img" width="20" height="20" viewBox="0 0 20 20" fill="none" stroke-width="1.5" stroke="var(--color-fg-primary)" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg"><g><title></title><path d="M2.53001 7.81595C3.49179 4.73911 6.43281 2.5 9.91173 2.5C13.1684 2.5 15.9537 4.46214 17.0852 7.23684L17.6179 8.67647M17.6179 8.67647L18.5002 4.26471M17.6179 8.67647L13.6473 6.91176M17.4995 12.1841C16.5378 15.2609 13.5967 17.5 10.1178 17.5C6.86118 17.5 4.07589 15.5379 2.94432 12.7632L2.41165 11.3235M2.41165 11.3235L1.5293 15.7353M2.41165 11.3235L6.38224 13.0882"></path></g></svg></button><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container view-image"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="20" height="20" viewBox="0 0 24 24" fill="none" stroke="currentColor" stroke-width="2" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" class="lucide lucide-maximize2 lucide-maximize-2"><polyline points="15 3 21 3 21 9"></polyline><polyline points="9 21 3 21 3 15"></polyline><line x1="21" x2="14" y1="3" y2="10"></line><line x1="3" x2="10" y1="21" y2="14"></line></svg></button></div></div></div></a></figure></div><p></p><p>Das heisst nun nicht, dass wir unsere Vorstellung davon was gut ist &#252;ber den Anderen dr&#252;berst&#252;lpen, und uns einreden, dass er diese oder jene G&#252;te haben m&#252;sse, weil doch in allem G&#252;te vorhanden sei. Ein solches Vorgehen hat nichts mit echtem Verst&#228;ndnis zu tun. Es gibt Kulturen die uns so fremd sind, dass wir nichts daran verstehen; und das Nicht-verstehen-k&#246;nnen ist nicht nur erlaubt, es ist unvermeidlich. Es gibt viel Fremdes auf der Welt, und das Fremde kann sehr nahe bei uns sein. Vielleicht ist es die politische Partei die wir verachten, vielleicht ist es der uns&#228;gliche Nachbar, vielleicht die uners&#228;ttliche Firma f&#252;r die scheinbar so viel &#220;berzeit hingeopfert werden muss. Die Menschen sind in ihrem Wesen so unterschiedlich, dass ihre Wahrnehmung von der Welt einzigartig ist. Der Mensch ist einf&#246;rmig, was die Ideenwelt anbelangt, aber er unterscheidet sich in seinem grundlegendsten Wesen zutiefst von allen anderen Wesen. Das Gef&#252;hl ist bei jedem Menschen etwas ganz Spezielles, das sich selbst bei einem einzigen Gegenstand von Mensch zu Mensch in ganz anderer Weise zeigt. </p><h3>Das subjektive Wesen des Gef&#252;hls</h3><p>Wenn wir uns nun mit Ideen besch&#228;ftigen, so mischt sich das Einzigartige unseres Wesens zu den Ideen hinzu: das Gef&#252;hl wird der Idee beigemischt. Wir machen uns die Idee zu eigen, indem wir die Idee von ihrem Ursprung wegreissen. Wir f&#228;rben und formen sie nach unserem Belieben und Gutd&#252;nken. Vielleicht ist von der urspr&#252;nglichen Idee nicht mehr viel &#252;brig, aber der Faden zu ihrem Ursprung ist unzerreisslich. Wenn wir nun andere Menschen betrachten, so bilden wir uns Ideen dar&#252;ber, wie ihre Ideen aussehen. Und es gibt scheinbar viele gute Gr&#252;nde, warum die Ideen der Anderen nicht unsere Ideen sind: sie sind anders. W&#228;ren sie nicht anders, w&#228;ren es unsere Ideen. Und wenn wir das Gute wollen, und dadurch auf unsere Ideen kommen die wir vertreten, und wir nicht auf andere Ideen kommen, was wollen dann die Anderen? </p><p>Solche Gedankeng&#228;nge sind sehr naiv. Sie haben ein karrikatives Bild vom Anderen, das die Welt in gut und b&#246;se teilt. Es ist ein Bild, dass keinen Platz l&#228;sst f&#252;r das Spezielle - sei das in der Einzigartigkeit des Individuums oder im einfachen Realen. Der naive Idealismus teilt sich die Welt nach seinen W&#252;nschen. Er hat eine Selbstverst&#228;ndlichkeit f&#252;r seine eigenen Ansichten, deren Bedingungen er seiner Umgebung aufb&#252;rdet. Und so werden politische Str&#246;mungen in der naiven Bin&#228;rwelt (der Kinder deren Moralit&#228;t von Hollywood-Superhelden geformt wurde), in beiderlei Richtungen verteufelt. Es ist eine kindliche Welt, in der das Eigene eine so unverr&#252;ckbare Selbstverst&#228;ndlichkeit wie die Verteufelung des Anderen hat. </p><h3>Der positivistische Imperativ</h3><p>Weil der Gedanke die Verbindung zu einem h&#246;heren Objektiven (Idee) sucht, und das Gef&#252;hl eine Verbindung zu einem inneren Subjektiven (Wesen), muss unterschieden werden, was wann vorhanden ist. Denn vermischen wir das Gef&#252;hl mit dem Gedanken, so k&#246;nnen wir dazu verleitet werden, dem Gedanken f&#228;lschlicherweise die Anbindung an das Objektive <em>abzusprechen</em>, w&#228;hrend wir dem Gef&#252;hl eine Anbindung an das Objektive f&#228;lschlicherweise <em>zusprechen</em>. So m&#252;ssen Gedanken und Gef&#252;hle voneinander unterschieden werden; es muss unterschieden werden, worauf sie bezug nehmen. Machen wir diese Unterscheidung nicht, so entsteht uns eine Reihe an Problemen. </p><p>Sind wir im Glauben, dass Ideen mit unseren Gef&#252;hlen verbunden sind, meinen wir auf die Idee des Anderen mit unserem Gef&#252;hl antworten zu k&#246;nnen. Und vielleicht vermischt der Andere tats&#228;chlich seine Gef&#252;hle mit seinen Ideen, und so werden wir weiter in unserer Gef&#252;hlreaktion best&#228;tigt. In der Folge wird die Idee herabgezogen auf eine Stufe, bei der wir der Idee gegen&#252;ber entweder Zuneigung oder Abneigung zeigen. Mit diesem Einteilen verlieren wir den Zugang zu den eigentlichen Ideen, denn es interessiert uns nicht mehr was der Wahrheitsgehalt der Idee ist, und wir beginnen uns untereinander auf einer Gef&#252;hlsebene zu streiten. Die Idee des Anderen muss dann in l&#228;cherlicher oder b&#246;sartiger Form repr&#228;sentiert werden. Wir nennen diese verzerrte Form den &#8220;Strohmann&#8221;, der verpr&#252;gelt und verhauen werden kann, ohne dass er sich wehren k&#246;nnte. </p><p>Es kann auch sein, dass der Mensch zwischen Gedanke und Gef&#252;hl zwar unterscheiden kann, und doch fehlt ihm das R&#252;ckenmark, sich gegen&#252;ber der Tatsache der Wahrheit in aufrechter Postur hinzustellen. Ein solcher Mensch wird genauso scheitern wie der Gef&#252;hlsvolle, wenn er sich mit einer Idee besch&#228;ftigt. Hier wird die Idee nicht verzerrt, sondern abgesch&#228;cht und kleinlich gemacht. Indem sie neben unz&#228;hlige schw&#228;chere Ideen gestellt wird, wird sie in einer Suppe des Unwichtigen ertr&#228;nkt. Ich nenne das den &#8220;Tod durch tausend Nadeln&#8221;. </p><p>Ja die Formen zum Bek&#228;mpfen von Ideen sind sehr zahlreich, und wir k&#246;nnen die unehrlichen Bek&#228;mpfungsarten zusammenfassen in vier Gruppen: <strong>Verkehrung, Hinzunahme, Auslassung und &#220;bertreibung</strong>. Die eigene Korruption wird dem Anderen zugeschrieben, das N&#252;tzliche zum Schaden anrichten wird hinzuerfunden, das Gute wird ausgelassen, und das Schlechte wird &#252;bertrieben. Der L&#252;gner hat meist keine besondere Fantasie, und so verkehrt er h&#228;ufig seine eigenen Taten als die Taten desjenigen den er beschuldigt, anstatt etwas zu erfinden. Der Strohmann &#252;bertreibt die Schlechtigkeit, und l&#228;sst alles Gute weg. Und die tausend Nadeln &#252;bertreiben irrelevanten Kontext. Durch sie wird nicht einmal mehr &#252;ber die Idee gesprochen. </p><p>All diese Probleme werden gel&#246;st, sobald jeder Idee <em>prinzipiell</em> (d.h. unabh&#228;ngig von der jeweiligen Idee) Zuneigung gezeigt wird. Suchen wir nicht das Schlechteste sondern das Beste an der Idee, kommen wir sogleich &#252;ber all die &#8220;&#220;bersetzungsfehler&#8221; hinweg. Wir debattieren auf einmal nicht mehr die hunderttausenden m&#246;glichen Ungenauigkeiten, Sprachh&#252;rden, Kompromisse, Motive, &#196;ngste, Missverst&#228;ndnisse, Wissensl&#252;cken, Missrepr&#228;sentationen&#8230; Mit der Positivit&#228;t als Grundsatz zum Angehen jeder Idee wird allem L&#228;rm auf einen Schlag der Hahn zugedreht. Das Rauschen, das Geschrei, das Poltern verstummen von einem Moment auf den anderen, und die Menschen k&#246;nnen sich hinsetzen, und in Ruhe einen Dialog beginnen. </p><p>In jeder Idee ist ein Funken G&#252;te. Wo Du sie nicht findest, hast Du noch nicht richtig geschaut. Die Idee von der Du meinst, dass Du sie bek&#228;mpfst, h&#228;lt dir einen Spiegel vor, in dem Du deine Fratze sehen kannst. Du bek&#228;mpfst die Idee aber nicht, sondern nur die Fratze die Du der Idee irrt&#252;mlicherweise zuschreibst. </p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Schönheit ist objektiv]]></title><description><![CDATA[Subjektiv ist nur die Sympathie zum Sch&#246;nen.]]></description><link>https://12weltanschauungen.substack.com/p/schonheit-ist-objektiv</link><guid isPermaLink="false">https://12weltanschauungen.substack.com/p/schonheit-ist-objektiv</guid><dc:creator><![CDATA[Steinerschüler]]></dc:creator><pubDate>Sun, 28 Apr 2024 14:53:22 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/8ddd9753-aeaf-4853-8ebc-f5cbbab6a9e6_2592x1728.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Kann Gott etwas schaffen, das er nicht zerst&#246;ren kann? Jede Antwort darauf bedeutet: Gott ist nicht allm&#228;chtig. </p><h3>Das absurde Absolut</h3><p>In diesem Fehlschluss zur Allmacht Gottes liegt eine folgerichtige &#220;berlegung. Wird von Gott gesagt, er sei allm&#228;chtig, so ist mit der Allmacht eine Qualit&#228;t gemeint, die jede Vorstellungskraft &#252;bersteigt. Mit der Allmacht will eine Eigenschaft eines Wesens beschrieben werden, das noch weiter &#252;ber den Menschen hinausgeht, als der Mensch als Vergleich z.B. &#252;ber ein Mineralgestein hinausgeht. Gott ist so weit &#252;ber dem Menschen, wie der Mensch &#252;ber dem Stein ist. Wird die Allmacht aber als eine logische, absolute Qualit&#228;t gelesen (missverstanden), so geht sie sogleich in Widerspr&#252;che hinein, egal von welchem gewaltigen Ausmass, von welcher Kraft und Reinheit sie ist. </p><p>Begriffe in ihre absoluteste Form zu dr&#252;cken, macht Begriffe immer absurd. Bei der Allmacht, der Allg&#252;te und der Allwissenheit ist die absolute Form allerdings naheliegend, da sie das &#8220;All-&#8221; innehaben, das an sich Absolutheit behauptet. Dieses Absolute ist aber nur im Vergleich zum Menschen absolut, etwa so wie der Ozean nur zum Tropfen absolut ist; der Ozean ist aber nicht <em>an sich</em> absolut. Die Allmacht Gottes ist somit nicht an sich absolut, sondern nur aus der Sicht des Menschen. Das Universum ist nicht ein einziger Ozean; aber aus der Sicht eines Tropfens hat der Ozean doch etwas Unendliches und Absolutes. </p><p>&#196;hnliche Fehlschl&#252;sse sind mit der Allg&#252;te und der Allwissenheit Gottes m&#246;glich; mit der Allg&#252;te im Zusammenhang mit dem <em>B&#246;sen und der Allmacht</em>, mit der Allwissenheit im Zusammenhang mit der <em>Freiheit und z.B. der Versuchung der Schlange</em>. Das sind Beispiele von einem bestimmten unangemessenen Umgang mit der Sprache, wo etwas in eine Logik gedr&#252;ckt wird. Aber vergleichbare Fehlschl&#252;sse sind auch in die andere Richtung m&#246;glich. Anstatt Begriffe ohne R&#252;cksicht auf Verluste zu ihrer logischen Konsequenz zu f&#252;hren, k&#246;nnen wir Begriffen jede F&#228;higkeit absprechen, allgemeine Wahrheit zu beschreiben. </p><h3>Objektivit&#228;t</h3><p>Wir kennen mathematische Darstellungen, durch die allgemeine Wahrheit ausgedr&#252;ckt wird, etwa den Ausdruck 1+2=3. Durch das Gleichzeichen haben wir Tautologien (Wiederholungen): auf der linken Seite ist eine Gr&#246;sse beschrieben, dann haben wir das Gleichzeichen dazwischen, und auf der rechten Seite ist die gleiche Gr&#246;sse in anderer Form beschrieben. Wir haben links und rechts vom Gleichzeichen dasselbe, es wiederholt sich zwei Mal, und das ist eine Tautologie. Das entspricht etwa dem Satz &#8220;Regen f&#228;llt wenn es regnet&#8221;. </p><p>Niemand hat <em>entschieden</em>, dass 1+2 die gleiche Gr&#246;sse ist wie 3. Es ist universell so, dass 1+2 zu 3 f&#252;hrt, auch wenn andere Symbole oder Worte gebraucht w&#252;rden. Die mathematische Sprache dr&#252;ckt etwas aus, das universell wahr ist. Unter der Bedingung, dass eine quantitative Gr&#246;sse so genau bestimmt werden kann, wie die Mathematik zu bestimmen vermag, ist die mathematische Methode anwendbar. Die Mathematik kommt nie zu qualitativen Gr&#246;ssen, weil die Qualit&#228;t nie exakt ist, und weil die Mathematik immer exakt zu sein hat, und so ist die Mathematik zwar universell f&#252;r Quantit&#228;ten, aber nie absolut, weil sie nicht an Qualit&#228;ten herankommt. Das ist der Unterschied zwischen dem Universellen und dem Absoluten: das Absolute ist auf <em>alles</em> anwendbar, auf Qualit&#228;t und Quantit&#228;t, auf Idee und Reales, auf den Verstand gleich wie auf die Natur, usw. </p><p>Nun kann von der objektiven, universellen Wahrheit weggegangen werden, zu einer Wahrheit die sich individuell zeigt: &#8220;Ich finde, dass&#8230;&#8221;, &#8220;In meinen Augen&#8230;&#8221; usw. Das ist die subjektive Wahrheit - ein Satz der zuerst und vor allem f&#252;r den gilt, der den Satz ausspricht. Dazu geh&#246;rt scheinbar auch das, was wir als sch&#246;n und unsch&#246;n bezeichnen. Es <em>scheint</em>, als w&#228;re Sch&#246;nheit subjektiv, weil wir unterschiedliche Dinge sch&#246;n finden. Aber das ist ein weiterer Fehlschluss, denn Sch&#246;nheit ist wie eine mathematische Formel universell. Und gleich, wie eine mathematische Formel unsere mathematischen F&#228;higkeiten &#252;bersteigen kann, und wir die Formel nicht verstehen, und zu Ehrlichkeit gen&#246;tigt von der Formel sagen m&#252;ssen: &#8220;Ich verstehe diese Formel nicht&#8221;, so kann vom Sch&#246;nen gesagt werden: &#8220;Ich sehe die Sch&#246;nheit nicht&#8221;. Aber die Sch&#246;nheit nicht zu sehen, l&#228;sst die Sch&#246;nheit nicht entschwinden. Die Sch&#246;nheit ist da, ob ein Mensch ohne Sch&#246;nheit sie nun betrachtet oder nicht. </p><h3>Kunst ist ausserordentliche Kultur</h3><p>Vor einigen Jahren betrat ich durch eine Baustelle die Wohnung eines Mannes, der ein Gestell hatte, auf dem er seine &#8220;kreativen Arbeiten&#8221; aufstellte. Auf dem Gestell hatte er Teile von Puppen mit mechanischen Teilen verbunden. Er erkl&#228;rte auf meinen verwunderten Blick auf die abstossenden Werke diese Werke als seine Strategie, seine Traumata zu verarbeiten. Diese Werke waren und sind objektiv h&#228;sslich. Sie sind <em>keine Kunst</em>, auch wenn er viel Zeit darin investierte, und sich daf&#252;r kreative M&#252;he gegeben hat. Kunst ist eine Qualit&#228;t die &#252;ber die Kultur hinausw&#228;chst in der sie entstanden ist, so wie das Lebendige eine Qualit&#228;t ist, die &#252;ber die Natur hinausw&#228;chst, die das Lebendige umgibt. Kunst ist Kultur mit einer zus&#228;tzlichen Sch&#246;nheit; eine Sch&#246;nheit die &#252;bertrifft was in einer jeweiligen Kultur sonst an Sch&#246;nheit vorhanden ist. So haben h&#246;here Kulturen h&#246;here Anspr&#252;che an ihre Kunstwerke, weil es mehr braucht um eine hohe Kultur zu &#252;bertreffen. Kunst ben&#246;tigt ein aussergew&#246;hnliches Ausmass an kreativen Fertigkeiten, die auf ihre Objekte angewandt werden. Das heisst, dass ein aussergew&#246;hnlich bef&#228;higter Mensch noch immer dazu imstande ist, M&#252;ll zu produzieren. Picassos Skizze auf einem Taschentuch ist keine Kunst. </p><p>Auch der Mann mit seinem Gestell voller ekelerregender Figuren, findet an seinen Arbeiten unm&#246;glich Sch&#246;nheit. Diese Kreationen sind ein Auslassventil, er dr&#252;ckt damit sein eigenes Wesen aus, und das gibt ihm wohl etwas Frieden. Die Arbeiten m&#246;gen ihm Ruhe oder dergleichen geben, sie m&#246;gen ihm erlauben von etwas loszulassen, aber Kunst sind sie niemals, denn sie sind h&#228;sslicher als alles rundherum. Und auch sein eigenes Wesen hat mindestens etwas H&#228;ssliches (es muss nicht notwendigerweise g&#228;nzlich h&#228;sslich sein), denn es hat den Wunsch h&#228;ssliche Dinge entstehen zu lassen. Der betreffende Mann mag irgendwo in seinem Wesen durchaus etwas Sch&#246;nes an sich haben, aber dieses Sch&#246;ne ist wohl unter einer dicken Schicht an H&#228;sslichem versteckt. </p><p>Moderne Kunst nennt sich heute f&#228;lschlicherweise Kunst, wenn nur schon eine bestimmte Art von Aufmerksamkeit darauf gerichtet wird. Hier findet sich ein begriffliches Problem, denn es kann nicht als Kunst bezeichnet werden, was keine, oder nur schon m&#228;ssige Sch&#246;nheit hat. Kunst erhebt die Seele, sie weist dem Menschen einen Weg zu H&#246;herem. Eine &#252;berdimensionierte, braun angemalte Pappenfigur, die eine F&#228;kalie darstellen soll, die in einem gut beleuchteten, weissen Raum ausgestellt wird, die mit einem kleinen Schild mit einem gescheidten Titel benamselt und einem Untertitel knapp unzureichend beschrieben wird um ein Interesse wecken zu k&#246;nnen, die von einer intellektualistischen, Champagner schl&#252;rfenden Noblesse durch eine dicke Brille hindurch unter ernsten Blicken be&#228;ugt wird, das macht einen Gegenstand nicht zu Kunst. Ein solcher Gegenstand ist sowenig Kunst, wie ein Philosophie-Professor an einer Universit&#228;t ein Philosophe ist, wenn er f&#252;r seine Arbeit entl&#246;hnt wird und seine B&#252;cher zu philosophischen Themen verkauft, anstatt seine Lehren frei wegzugeben. Wer mit der Philosophie Gesch&#228;fte macht, ist ein Sophist, kein Philosophe. Ein solcher Gegenstand, wie das braune Pappewerk, ist glorifizierter M&#252;ll, nicht Kunst, und wer den glorifizierten M&#252;ll herstellt ist wohl allerlei, aber er kann sich in Bezug auf einen solchen Gegenstand unm&#246;glich rechtm&#228;ssig als K&#252;nstler bezeichnen. Gebrauchen wir eine gewisse Strenge f&#252;r unsere Begriffe, und tun wir nicht mehr so als w&#228;re alles in der Schwebe, so brauchen wir nicht mehr &#252;berall Absichten und Gef&#252;hle einzusch&#228;tzen, und es kann ohne Ber&#252;hrungs&#228;ngste und falsche Scheu &#252;ber die eigentliche Sache geredet werden. </p><p>Rudolf Steiner hat w&#228;hrend seiner Vortr&#228;ge zur Veranschaulichung auf schwarzen T&#252;chern eine Anzahl an Tafelzeichnungen gemacht, die von manchen Anthroposophen als Kunst bezeichnet werden. Auch hier: nur weil die Zeichnungen oder Malereien f&#252;r den einen oder anderen einen Wert haben um bestimmte Ideen zu veranschaulichen, das macht sie nicht zu Kunst. Auch wenn die Zeichnungen in manchen F&#228;llen scheinbar die Seele zu erheben verm&#246;gen, sind sie deswegen noch keine Kunst, denn sie sind f&#252;r sich nicht sch&#246;n. Es ist kein malerisches Talent dahinter, es ist keine aussergew&#246;hnliche Symmetrie und Harmonie in den Linien zu finden. Bei Steiner findet sich die Kunst in den S&#228;tzen und Ideen, will heissen: in den Vortr&#228;gen. Denn dort findet sich sein aussergew&#246;hnliches Talent. Die Zeichnungen allein bedeuten ohne die Vortr&#228;ge nichts, und die Vortr&#228;ge werden durch die Zeichnungen lediglich bereichert, aber durch das sorglose Stricheziehen niemals vollendet. Steiner richtete seinen Fokus auf die Rede, nicht auf die Malereien; und so ist seine Kunst in seiner Rede, oder was heute durch die stenographischen Nachl&#228;sse davon &#252;brig ist, zu finden. </p><p>Auch bei Joseph Beuys ist nur wenig Kunst in den Werken, und mehr in den Ideen. Beuys war gemessen an seinen bekannten Werken kein Modellierungsk&#252;nstler, denn seine Werke sind nur schon im Vergleich zu den Ausstellungsr&#228;umen M&#252;ll, die Ideen und Geschichten dahinter haben hingegen manchmal etwas Kunstvolles. Seine Ideen dazu, was Kunst sei, sind wertlos, denn er weitet den Begriff auf fast alles und jeden aus, was den Begriff verw&#228;ssert und wertlos werden l&#228;sst. </p><h3>Was ist Sch&#246;nheit</h3><p>Sch&#246;nheit entsteht dort, wo Sch&#246;nes wirkt. Je n&#228;her etwas an den Gesetzm&#228;ssigkeiten Gottes (aus menschlicher Sicht <em>absolute Sch&#246;nheit</em>) ist, desto sch&#246;ner ist es. Sch&#246;nheit kann auch Schein sein. Scheinbare Sch&#246;nheit t&#228;uscht durch ihre H&#252;lle eine Sch&#246;nheit vor, die sie nicht ist. Sch&#246;nheit kann uns langweilen, sie kann uns einsch&#252;chtern, sie kann im Menschen gar einen Hass enstehen lassen. Die Kirchenfenster, die zur Zeit des Bildersturms durch Steinw&#252;rfe zerst&#246;rt wurden, wurden ihrer Sch&#246;nheit wegen zerst&#246;rt. So wurden speziell die Bilder der heiligen Maria tangiert. </p><p>Der Mensch braucht die Sch&#246;nheit nicht zu lieben um sie zu erkennen. Und der Mensch braucht die Sch&#246;nheit nicht zu erkennen, damit die Sch&#246;nheit vorhanden ist. Das Wesen des Sch&#246;nen ist auch unabh&#228;ngig vom Menschen sch&#246;n. Die Sch&#246;nheit wird erst dort individuell, wo es um die Sympathie zur Sch&#246;nheit geht. Ich gebe gerne zu, dass mir die sch&#246;nste Musik, wie die Sonaten eines klassischen Komponisten, nichts sagt. Ich will Musik, die mich mit lauten Trommeln und schnellen, melodischen Instrumenten beim Joggen durch den Wald begleitet, mit scheppernden Texten &#252;ber Piraten, Vikinger und Tempelritter, unterlegt von melodischen Frauenges&#228;ngen. Trotzdem muss ich zugestehen, dass Musik, wie die eines Beethoven oder den Beatles, die meiste Harmonie, die h&#246;chste Komplexit&#228;t hat, und somit entgegen meinem Geschmack die sch&#246;nste Musik der Welt ist. Auch wenn ich damit nur einschlafe, meine Perspektive zur Sache tr&#228;gt nichts zur Sache bei, denn so wichtig bin ich nicht. Wer h&#228;ssliche Musik, ja h&#228;ssliche Kunst &#252;berhaupt, sch&#246;n findet, wird dadurch darauf hingewiesen, dass er etwas H&#228;ssliches in sich tr&#228;gt. Und das ist - bis zu einem gewissen Grad - in Ordnung, denn wir sind als Menschen nicht perfekte Wesen; aber es ist gut zu verstehen, wie fehleranf&#228;llig wir sind, und es ist weiter eine gute Sache, die Begriffe richtig zu bestimmen, um die Begriffe nicht zu sehr zu vermischen. </p><h3>Zusammenfassung</h3><p>Begriffe k&#246;nnen zu absolut verstanden werden, und sie k&#246;nnen gleichsam verw&#228;ssert werden. Beides f&#252;hrt zu falschen Schl&#252;ssen; absolute Begriffe f&#252;hren zu logischen Widerspr&#252;chen, und verw&#228;sserte Begriffe f&#252;hren zu Relativismus und in direkter Folge zur Aufl&#246;sung n&#252;tzlicher Kategorien (und dadurch bald einmal zu Dekadenz und Sinnlosigkeit). Sch&#246;nheit ist eine objektive Kategorie, und unsere pers&#246;nliche Beziehung zum Sch&#246;nen beeinflusst das Wesen des Sch&#246;nen h&#246;chstens am Rande.</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Der zivilisatorische Rückschritt der Moderne]]></title><description><![CDATA[Die Moderne lenkt mit neuen technischen Fortschritten davon ab, dass sie jede Grundlage f&#252;r Ethik und Sinn verloren hat. Die Ursache ist ein geistloser Naturalismus mit Absolutheitsanspruch.]]></description><link>https://12weltanschauungen.substack.com/p/der-zivilisatorische-ruckschritt</link><guid isPermaLink="false">https://12weltanschauungen.substack.com/p/der-zivilisatorische-ruckschritt</guid><dc:creator><![CDATA[Steinerschüler]]></dc:creator><pubDate>Sun, 07 Apr 2024 20:05:07 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/4083ceb5-cc7e-4abb-93fe-a3850530f735_1949x1300.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Der Mensch ist als etwas Seiendes zu Liebe gen&#246;tigt. H&#246;rte der Mensch auf zu lieben, sofern das m&#246;glich w&#228;re, w&#252;rde er schnell seine Kr&#228;fte aufzehren und in der Folge aufh&#246;ren zu leben. Der Mensch hat drei Richtungen, in die er seine Liebe schickt: zu seiner Mitwelt (<em>Naturalismus</em>), zu etwas H&#246;herem (<em>Theismus</em>), und zu sich, respektive in sich selbst (<em>Intuitismus</em>). Wird eine Richtung vernachl&#228;ssigt, so verzerrt sich mit der Zeit die Liebef&#228;higkeit des Menschen, und es &#246;ffnen sich in ihm die Tore zu Krankheit. Das ist nicht eine Strafe, sondern die Konsequenz aus einem Verhalten, so wie es nicht eine Strafe ist, wenn ein Mensch abmagert wenn er nichts mehr isst; denn in gesunder Weise zu lieben ist etwas, das dem Menschen Kr&#228;fte gibt. Der freie Wille des Menschen gibt demselben Verantwortung &#252;ber sein Handeln. Dem frei handelnden Menschen ist es nicht m&#246;glich, alle Verantwortung immer auf andere oder anderes abzuw&#228;lzen. Der freie Mensch hat somit die Konsequenzen seiner Taten zu schultern, und so wird er krank, wenn er nicht mehr in gesunder Weise lieben kann. </p><p>Gott ist nicht zu entfernen, nur mit Nachbildern zu ersetzen, denn die Liebe zu H&#246;herem entspringt dem nat&#252;rlichen Bed&#252;rfnis und Pflichtgef&#252;hl eines jeden Menschen, so wie der Mensch auch dazu verpflichtet ist, zu seiner Umwelt und zu sich Liebe zu zeigen. An die Stelle des &#8220;scheinbar entfernten&#8221; oder &#8220;nur zum Schein gelobten&#8221; Gottes, tritt immer eine von drei Alternativen an die Stelle des Fehlenden Gottes: eine <em>Scheingr&#246;sse</em>, eine <em>Dekadenz</em>, oder eine <em>Gedankenlosigkeit</em>. Die Liebe zur Scheingr&#246;sse ist eine Liebe zu etwas, die sich zwar auf etwas <em>Gr&#246;sseres</em> (quantitativ) richtet, aber kaum etwas H&#246;heres (qualitativ) ist. Scheingr&#246;ssen w&#228;ren der Staat, die Volksgruppe, die Hautfarbe, der Fussballclub, selbst etwas wie eine wissenschaftliche Methode, dann der Zufall, die Volkswirtschaft - und dergleichen Dinge und Ideen. Der Mensch kann die Scheingr&#246;ssen idealisieren, er kann z.B. in der utopischen Fantasie leben, den Staat zu etwas machen zu wollen, das allen Menschen hilft und nur gut ist, oder er kann an die metaphorische unsichtbare Hand des Wirtschaftens glauben, die in seinen Vorstellungen &#252;berall zu Wohlstand f&#252;hren wird, usw. Selbst im scheinbaren Nichtglauben kann sich widerspr&#252;chlicherweise allerlei Gr&#246;sseres finden, wobei die Sympathie dazu eigentlich immer noch ein Glaube ist. Das sind alles Objekte des Glaubens, die den echten Glauben, den Glauben in etwas <em>tats&#228;chlich H&#246;heres</em> ersetzen oder erg&#228;nzen sollen. Diese Ersatzglaubensarten entstehen im Menschen als echtes Bed&#252;rfnis, weil er seine Liebef&#228;higkeit irgendwohin geben will und muss, und das H&#246;here eine nat&#252;rliche (und fast notwendige) Richtung ist. </p><p>Das andere Nachbild zeigt sich in den Dekadenzen, die eine verzerrte Selbstliebe sind. Dekadenzen sind Gel&#252;ste, Geld, Macht, usw. Der Mensch kann in einem folgeschweren Irrglauben liegen und sich denken, es sei eine freie Entscheidung an Gott zu glauben, oder nicht an Gott zu glauben. Und er hat gewiss Recht, dass er das kann, aber gleichzeitig tr&#228;gt er daf&#252;r die Konsequenzen, wenn er seine Liebef&#228;higkeit verzerrt - ob er das nun wissentlich tut oder nicht. </p><p>Die Gedankenlosigkeit ist schliesslich &#8220;ein Weg der nicht gegangen wird&#8221;. Hier braucht der Mensch sich nicht f&#252;r eine Richtung zu entscheiden, er schl&#228;gt sein Lager an der Wegegabelung auf, und baut sich hier ein Zuhause. Dies ist der letzte &#8220;Weg&#8221;, der ohne Gott gegangen werden kann. </p><h4>Der geistlose Naturalismus</h4><p>Der menschenm&#246;gliche Verstand erlebte im Mittelalter (zuerst im persischen Raum, dann im europ&#228;ischen) eine Bereicherung, die den Menschen wahrhaftig zum Individuum werden liess; einem Individuum, das sich (vielleicht erstmals) vollst&#228;ndig von der Welt und von Gott getrennt verstehen konnte. Der Mensch konnte sich mit seinem Verstand zunehmend so sehr von allem trennen, das nicht &#8220;er&#8221; war, das nicht zu seiner Person geh&#246;rte, dass ihm die Idee m&#246;glich wurde, dass der eigene Gedanke das einzige Gewisse sei (Descartes: &#8220;cogito ergo sum&#8221;, ich denke also bin ich). Denn als mit dem Herausbilden des Individuums Gott als Fundament entfernt wurde, entstand die Frage, welches Fundament denn nun an dessen Stelle treten solle. Die deutschen Idealisten des 18. und 19. Jahrhunderts z.B. fanden das Fundament im einzelnen Menschen (Intuitismus), andere in der Welt (Naturalismus). </p><p>Der Mensch empfand sich von da an vollst&#228;ndig als &#8220;sich&#8221;. Das gab dem Menschen eine &#8220;kleine Abgeschlossenheit&#8221;, und das liess ihn zu einem kleinen Gott werden, der in entsprechend kleinem Masstab allein aus seinem Wesen heraus sch&#246;pferisch t&#228;tig werden konnte - scheinbar unabh&#228;ngig von jeder h&#246;heren Inspiration. Das liess ihn auf eine neuartige Weise die Welt erforschen, n&#228;mlich allein auf seine Wahrnehmungssinne sich verlassend. Es wurde ihm m&#246;glich, alles zu entfernen, das nicht durch seine eigenen Wahrnehmungsinstrumente, das heisst seine Sinnesorgane, hindurchgegangen ist. Der Mensch konnte bei der Betrachtung der Welt nun erstmals alles beiseite lassen, das ihm nicht durch die beweisende Kraft seiner Sinneswerkzeuge best&#228;tigt wurde. So wurde der Mensch zum <em>Einzelnen</em>. Das gab den Anstoss zur Entstehung der modernen Wissenschaften, oder genauer: zur Entwicklung der <em>Materiewissenschaften</em> und <em>Zahlenwissenschaften</em>, wie wir sie heute kennen. </p><p>Die Materie- und Zahlenwissenschaften erhielten die M&#246;glichkeit sich zu ihrer modernen Form zu entwickeln (mit ihren entsprechenden Anspr&#252;chen auf Alleing&#252;ltigkeit), indem sich der Mensch die Freiheit erarbeitete, sich vom <em>Weg nach oben</em>, dem Theismus, dem Gottesglauben, loszul&#246;sen. Das Losl&#246;sen des Menschen von Gott gab dem Menschen bestimmte neue Freiheiten, und dies erlaubte diesen Wissenschaften den bedeutenden Einfluss, den sie heute aus&#252;ben. Die Grundlage &#8220;Gott&#8221; ging damit aber verloren, und es musste eine neue Grundlage her. Die zwei verbliebenen Wege, der Weg nach innen (Intuitismus) und der Weg nach vorne (Naturalismus), wurden in der Folge gr&#252;ndlich auf ihre M&#246;glichkeiten untersucht, und es wurde in der Zeit des Sp&#228;tmittelalters und der Aufkl&#228;rung eingehend studiert, ob an Gottes Stelle entweder eine Qualit&#228;t <em>im Menschen</em> oder eine Qualit&#228;t <em>in der Welt</em> als ein neues Fundament f&#252;r die Gedankengeb&#228;ude der Denkenden gefunden werden k&#246;nne. </p><p>Die denkenden Menschen meinten in dieser Frage f&#228;lschlicherweise, zwischen Intuitismus und Naturalismus <em>entscheiden</em> zu m&#252;ssen. Die deutschen Idealisten entschieden sich vorwiegend dazu, den Intuitismus zu bevorzugen, aber eine weit bedeutendere Anzahl der Denkenden sah darin (auch zurecht) kein ausreichendes Fundament, um den Reichtum der Ph&#228;nomene der Welt zu erkl&#228;ren. Und so wurde nach den ersten Wellen der Aufkl&#228;rung nicht nur der Theismus weggelegt, sondern auch der Intuitismus. Der Begriff der <em>Vernunft</em> wurde zwar anerkannt, aber nicht in der Tiefe seiner logischen Konsequenzen, namentlich dem <em>Geist</em>. Der Vernunftsbegriff sollte als darauf beschr&#228;nkt werden, als ein Instrument zu den Ph&#228;nomenen zu dienen - das war der Kompromiss, der akzeptiert werden konnte (der bis heute besteht). Es wurde mit dem Verzicht auf einen ernsthaften Intuitismus eine eigentlich stille &#220;bereinkunft getroffen, dass es &#252;berhaupt keinen Geist gibt, weder im G&#246;ttlichen noch im Menschlichen. Und wenn es weder <em>&#252;ber</em> noch <em>in</em> uns einen Geist gibt, warum soll es in der Welt draussen &#252;berhaupt noch irgendeinen Geist geben? So ist der heute unter denkenden Menschen weit verbreitete Versuch von einem Geistunglauben entstanden. </p><p>Dabei entstand aber ein anderes Problem: der zu Geistlosigkeit gezwungene Naturalismus (der Naturalismus muss &#252;berhaupt nicht geistos sein) konnte den Gedanken der Denkenden kein Fundament geben, denn er erkl&#228;rt nichts. Es entstand das Problem, dass nun kein metaphysisches (&#252;bergeordnetes) Fundament mehr m&#246;glich war. Der Naturalismus kann beobachten, hinnehmen und wohl auch interpretieren, aber er kann nichts begr&#252;nden; er kann nur in allerlei Arten wiedergeben, was vor ihm ist. Er schafft es nie dazu, eine Ursache zu bestimmen, weil ein solches Bestimmen bereits etwas voraussetzt, das den Naturalismus &#252;bersteigt. Und in vielen Fragen f&#228;llt es dem Naturalismus bereits schwer, Beobachtungen zu Dingen wiederzugeben, die nicht direkt angehbar sind, etwa wo es um die Ethik geht, oder um die Geschichte, oder um Potenziale. Und wenn dem Naturalismus auf das hinauf auch noch der Geist weggenommen wird, wird es sehr schwierig &#252;berhaupt noch akzeptierbare Schl&#252;sse haben und machen zu k&#246;nnen - oder begr&#252;nden zu k&#246;nnen. Wie z.B. die Frage, wie Sprache eine Beobachtung wiedergeben kann, ohne dass dabei nur ein grosser Kompromiss eingegangen wird; solches wird schwierig zu begr&#252;nden. Hier kann viel Gescheites &#252;berlegt und gerechtfertigt werden, aber das &#228;ndert nichts an den unz&#228;hligen, tiefen Problemen im geistlosen Naturalismus, der auf all das hinauf auch noch f&#252;r sich alleine stehen will. </p><p>Dass Information unabh&#228;ngig von Materie m&#246;glich ist, oder dass der Mensch einen Geist hat, das kann zwar weggeredet oder weggeschwiegen werden, aber es ist einem jeden Menschen mit weltoffenen Weltbild offensichtlich, dass mit dem Zusammenf&#252;gen von Informationen zu Ideen, und dann dem Austausch von Ideen, etwas vorhanden ist, das im Menschen <em>aktiv</em> ist, zu dem die Erkl&#228;rung &#8220;da sind nur Neuronenverkn&#252;pfungen im Gehirn&#8221; eine <em>unangemessene Reduktion des Vorhandenen</em> vor ihm steht. Es ist mindestens deswegen unangemessen, weil es ohne Beg&#252;ndung getan wird, aber auch, weil es eine Aktivit&#228;t ist, die ihrem Schluss widerspricht. Die Beobachtung der Welt gibt von sich aus keinen Hinweis darauf, dass das &#8220;Reduzieren&#8221; die Methode schlechthin sei, vielmehr wird &#252;ber eine geistige Aktivit&#228;t des Menschen zum Reduzieren gefunden - und mit diesem Reduzieren wird in der Folge das Geisitge dann geschickt verneint. Eine solche Reduktion entspricht einer bestimmten Methode, die im Reduzieren sehr gut (und in so manchen Bereichen angebracht und n&#252;tzlich) ist, aber es entspricht nicht dem menschlichen Erleben. Es wird in unangemessener und spekulativer Weise eine Notwendigkeit als Ursache erkl&#228;rt, die durch unser Erleben nie wiedergegeben wird. Es wurde erw&#228;hnt, dass der geistlose Naturalismus an sich keine Ursachen bestimmen kann, und der genannte voreilige Schluss des geistlosen Naturalismus - die Behauptung zu den Neuronenverkn&#252;pfungen - geh&#246;rt dazu. </p><h4>Wissensunm&#246;gliche Wissenschaft</h4><p>Unter solchen Voraussetzungen war es den Materiewissenschaften nicht m&#246;glich, eine metaphysische Grundlage zu schaffen, auf der gebaut werden konnte. Somit hat die moderne Wissenschaft &#252;berhaupt keine metaphysische Grundlage, und somit hat sie auch keine philosophische Grundlage, lediglich eine Vielzahl an Schriften zur Rechtfertigung und Legitimierung eines Geb&#228;udes ohne Fundament. Zeigt es sich als unm&#246;glich, nicht-naturalistisch (z.B. metaphysisch) vorzugehen um den Naturalismus zu begr&#252;nden, so ist dies fast ein Spiegelbild zu den Versuchen im Fr&#252;hmittelalter, &#252;ber eine nicht-theistische (etwa eine rationalistische) Methode Gott zu begr&#252;nden. Beides ist von Beginn an zum Scheitern verurteilt, da beide Vorgehensweisen damit einseitig verwendet werden, denn beide Methoden k&#246;nnen nicht so weit ausgedehnt werden, wie damit versucht wird. </p><p>Die <em>Metaphysik</em> beschreibt die &#252;bergeordneten Gesetzm&#228;ssigkeiten hinter den &#228;usseren Gesetzm&#228;ssigkeiten, wobei erstere die zweiteren zusammenhalten sollten. Die Metaphysik studiert somit die Gesetze im Hintergrund, die zu den Gesetzen f&#252;hrten, die aus unseren Beobachtungen zu entnehmen sind. Sie versucht zu erschliessen, wie sich unsere Abstraktionen der Welt zusammenf&#252;hren lassen. Sie erkl&#228;rt die Erkl&#228;rungen, grob gesagt. </p><p>Die moderne Wissenschaft hat aus dem Grund keine metaphysische Grundlage, weil sie keine solche Grundlage anerkennen kann, weil eine jede metaphysische Grundlage - so geschickt sie den Geist auch verneint und die erreichte Einseitigkeit des geistlosen Naturalismus rechtfertigt - an sich schon ein Widerspruch zur Geistlosigkeit ist. Die moderne Wissenschaft erkennt die Grenzen ihrer Schl&#252;sse, aber sie meint, dass diese Grenzen &#252;berall sonst in Wirklichkeit noch viel beengender seien. Sie versteht sich zwar als (noch) mangelhaft, gleicheitig aber als das beste M&#246;gliche. Weil sie ihre Einseitigkeiten nicht erkennt, oder das Unangemessene daran nicht erkennt, rechtfertigt der geistlose Naturalismus sein bestehen, und h&#228;lt weiterhin unersch&#252;tterlich an seinen Anspr&#252;chen fest, <em>absolut</em> zu sein, obwohl er mangelhaft ist. Er erkennt nicht, das seine bevorzugte Methode des Reduzierens f&#252;r manche Wissensgebiete zwar weitaus die beste Methode ist, aber auf vielen anderen Gebieten nur zu einem endlosen Verneinen f&#252;hrt, und in der Folge ganze Gebiete ihrer G&#252;ltigkeit abspricht. <strong>Es wird in der Folge z.B. nicht untersucht, was die Natur des Denkens ist, welche M&#246;glichkeiten sich im Denken verbergen, welche Grenzen und Urspr&#252;nge es haben mag usw., und das Denken wird ledglich als ein weiteres Mittel abgeschrieben, etwas &#252;ber die Natur zu erfahren. </strong>Dass hier ganze Welten ausgeklammert werden, und allein mit dem <em>Vorhandensein</em> der Neurochemie und einer nichts mehr als daran anh&#228;ngenden Psychologie als erledigt abgehakt wird, die zusammen metaphysisch aber wieder <em>nichts</em> erkl&#228;ren, wird wegrationalisiert - wie bei allem, das nicht auf den bis anhin unbegr&#252;ndet angenommenen Annahmen des geistlosen Naturalismus basiert. </p><p>Ohne Metaphysik, ohne ein Fundament, oder mindestens Ger&#252;st das eine Moralit&#228;t, einen Sinn, ein Bewusstsein, einen Gedanken, eine &#220;berkategorie und all dergleichen beschreiben und begr&#252;nden kann, gibt es kein Wissen. Selbst die Abstraktion und folglich die Information ist schwer einzuordnen, und schwerer noch in deren Tiefe erkl&#228;rend zu bestimmen. Was da also st&#228;ndig von Wissenschaft geredet wird, das aus obengenannten Gr&#252;nden aber nicht einmal die Existenz von Wissen begr&#252;nden kann, das bereits <em>am Punkt des Begr&#252;ndens einer Begr&#252;ndung</em> <em>&#252;berhaupt</em> ins Schwitzen kommen sollte, sofern es sich einer intellektuellen Ehrlichkeit verpflichtet f&#252;hlte, ist unabl&#228;ssig in der Schwebe. </p><p>Dass nicht beim Denken begonnen wird, dass das Denken &#252;berhaupt nie ein Thema zu sein scheint, nicht einmal im einfachen Beschreiben, das sollte einen jeden modernen Wissenschaftler gewaltig st&#246;ren. Dass dies kaum jemanden zu st&#246;ren scheint ist wiederum etwas, das nun mich st&#246;rt, das mir weiter nicht erlaubt, die von der (das Wissen streng genommen nicht f&#252;r m&#246;glich haltenden) Wissenschaft erlangten Erkenntnisse anzuerkennen. So lassen sich denkende Menschen jahrzehntelang Ausbilden und dabei in ihrem Denken schulen, ohne jemals einen ernsthaften Gedanken darin zu tun, was das Denken, das sie da die ganze Zeit gebrauchen, eigentlich ist. Es ist schwer verst&#228;ndlich, wie das m&#246;glich ist, aber so scheint es sich zu verhalten. Das Denken wird fraglos hingenommen, wie alle Ph&#228;nomene der &#228;usseren Welt. Da ist bei den denkenden Menschen keine Verwunderung dar&#252;ber, wie mit dem Denken Prinzipien und Falschheiten entstehen k&#246;nnen, wie damit in Urgr&#252;nde eingetaucht werden kann, wie es sich zu widersprechen beginnt, wenn es auf sich selber gerichtet wird, usw. Das sind <em>interessanteste</em> Fragen, und dass ihnen keine Ernsthaftigkeit entgegengebracht wird, ist das Zeugnis von einem eigentlich erb&#228;rmlich unreflektierten Gegenwartszustand. </p><h4>Die Verg&#246;ttlichung des Nichts</h4><p>Stromabw&#228;rts hat das alles seine Folgen, dass wir gesellschaftlich in einem Geistesleben sind, das keinen Geist anerkennen kann. Was bleibt uns eigentlich, wenn wir das Geistige ausschliessen - woran glauben wir noch? Glauben wir daran, dass es Gerechtigkeit geben kann? Kann noch ein Anreiz vorhanden sein, ein gutes Leben zu leben, und sich nicht lediglich den einfachsten Gel&#252;sten hinzugeben? Oder ist da etwas im Menschen, das mehr m&#246;chte, das sich fordern m&#246;chte, das sich nicht zufrieden gibt, nur mit Sinnlichkeit aber ohne Sinn zu leben? </p><p>So kommen wir zur Religion des Zufalls, die einen st&#228;rkeren Glauben beansprucht, als jede andere. Diese Religion hat zwei G&#246;tter: einen kleineren namens &#8220;Zufall&#8221; und einen grossen Bruder, den &#8220;Determinismus&#8221;. Die beiden widersprechen einander, das Urprinzip ist in dieser Religion aber der Determinismus. Was wir durch den geistlosen Naturalismus hindurch sehen und nicht erkl&#228;ren k&#246;nnen, das erkl&#228;ren wir aber mit dem Zufall. In dieser Religion wird fest daran geglaubt, dass alle Ordnung im Universum durch Zufall entstanden ist, und dann von der Kausalit&#228;t begleitet wird. Dass ich diesen Text hier schreibe, so k&#246;nnte behauptet werden, ist die Folge von etwas, das urspr&#252;nglich dem Zufall zuzuschreiben ist. Auch, dass in diesem Text eine Ordnung zu finden ist, ist solchem Denken nach ein Zufall, denn im Universum gibt es solchem Denken nach nur den <em>Schein</em> von Bewusstsein. Um meine Haltung von der Haltung des Zufallstheisten zu unterscheiden, setze ich seine Rede in ein Zitat:</p><blockquote><p>Dass die Buchstaben, die in diesem Moment gelesen werden, ihre Ordnung haben, ist zuf&#228;llig entstanden, aus Atomen die sich immer wieder neu arrangieren; aus Atomen auf der Suche nach einem Ausgleich, auf der Suche nach einem <em>Equilibrium </em>sind. </p><p>Es gibt kein Bewusstsein, das ausserhalb des Zufalls liegt, ja es gibt &#252;berhaupt kein Bewusstsein, denn es gibt keinen Geist; es gibt nur den <em>Schein</em> von Bewusstsein, die Illusion von Bewusstsein, denn alles was am Menschen einem Geist zugeschrieben wird, ist nichts anderes als eine Gehirnaktivit&#228;t, die wiederum eine Aktivit&#228;t von Molek&#252;len und schliesslich eine Aktivit&#228;t von Atomen ist, deren Abl&#228;ufe bis zum hinterletzen Atom vorbestimmt sind (Determinismus), denn es er&#252;brigt sich von Freiheit zu sprechen, wenn es kein echtes Bewusstsein geben kann. </p><p>Was wir hier lesen folgt aus einer logischen Konsequenz, aus einer Chemie in einem Kopf, die ihren Gesetzen folgt. Noch einmal: da ist kein Bewusstsein, kein Geist, da ist allein die Materie, die uns Dinge wie Bewusstsein, Sinn und Zweck vorspielt. Durch unser Denken k&#246;nnen wir diese Illusion durchschauen. Das Denken reduzieren wir aber gleichfalls auf die Gehirnchemie, und wir belassen es dabei. </p></blockquote><p>So klingt es von Materiewissenschaftlern in meinen Ohren. Ich repr&#228;sentiere hier nicht ihr <em>bestes</em> Argument (den &#8220;Stahlmann&#8221;), sondern das, was logisch aus ihren Annahmen folgen sollte. Nur nebenbei: ganz moderne Materiewissenschaftler w&#252;rden an dieser Stelle vielleicht einige Theorien der Quantenmechanik miteinschliessen, bei denen sich die Wahrscheinlichkeit im Ausgang eines Ereignisses zu ver&#228;ndern scheint, sobald ein Betrachter (ein Bewusstsein) teilnimmt. Solche Theorien sprechen gegen den Determinismus, deswegen aber, wie es scheint, nicht notwendigerweise f&#252;r die Existenz von Bewusstsein, durchaus aber f&#252;r das Vorhandensein von <em>mehr Zufall</em> als bisher angenommen. </p><p>Die Zuhilfenahme vom Zufall, oder die dahinter liegende <em>Vorbestimmtheit ohne Sinn</em> (materialistischer Determinismus), ist ein Glauben an Nichts. Der Zufallsglaube meint ein Nichtglaube zu sein, weil er meint &#8220;nicht (an Gott) zu glauben&#8221;, aber er ist ein Nichtglaube, weil er &#8220;an ein Nichts glaubt&#8221;. Der Zufallsglaube hat recht damit ein Nichtglaube zu sein, aber er ist es aus anderen Gr&#252;nden als er denkt. Im Zufall ist kein Sinn, kein Bewusstsein, kein Wesen, kein Ziel. Versucht man einmal dar&#252;ber nachzudenken was eigentlich da ist, wenn nur der Zufall da ist, dann &#252;berkommt einen vielleicht bald eine seltsame Erkenntnis: es ist ein <em>Nihilismus</em> - eine Philosophie des Nichts. Der Zufall ist ein Nichts. Und was haben wir unterhalb - was ist die metaphysische Unterlage unter dem Zufallsglauben? Das haben wir angeschaut: da ist keine Grundlage, denn der geistlose Naturalismus <em>erlaubt</em> keine Grundlage. Das ist aber, woraus sich heute das Geistesleben mindestens im deutschsprachigen Raum bildet, und das Geistesleben ist die Grundlage zum Sinn und Zusammenhalt einer jeden Gesellschaft. In anderen Worten haben wir ein pechschwarzes Loch, das sich im Erleben der hiesigen Menschen ausbreitet, sofern sich das wissenschaftliche Denken in seiner derzeitigen, geistlosen Art weiter ausbreitet. </p><p>Noch stehen die Kirchen (auch wenn sie menschenleer sind) und noch gibt es viele Menschen, die an irgendwas tats&#228;chlich H&#246;heres glauben (auch wenn ihr Anteil schwindet), aber die Idee, dass es nichts weiter auf sich hat, wenn diese Dinge verschwinden, scheint sich doch weitum zu verbreiten. Das heisst nicht, dass Kirchen und Gl&#228;ubige verschwinden werden, dass aber die M&#246;glichkeit dazu vorhanden ist. Schaut man sich das an, und sieht, wie die Menschen dennoch anst&#228;ndig miteinander umgehen, einander helfen, grundlos g&#252;tig sind usw, so mag man sich etwas beruhigen, auch wenn sich da die Abyss des Nihilismus unter den Menschen aufmacht. Wird n&#228;her hingeschaut und untersucht, was da an Grundannahmen vorhanden ist, so brauchen nicht viele Fragen gestellt zu werden um zu erkennen, dass die Menschen generell keine ethisch oder philosophisch brauchbaren Grundannahmen haben, und bei den Denkenden ist zu sehen, dass sie keine brauchbare Mataphysik kennen, auf die sie zur&#252;ckfallen k&#246;nnen wenn die Dinge keinen Sinn mehr machen. Und all das das ist erst dann ein Problem, wenn echte Probleme da sind. Wenn der Mensch sehr schwierige Entscheidungen treffen muss, da wird sich schnell zeigen was es bringt, eine h&#246;here Entit&#228;t &#252;ber sich zu haben, die davor warnt in Panik zu geraten, und die davor warnt, alles zu tun nur um zu &#252;berleben. </p><p>Wir k&#246;nnen den ganzen Tag lang &#252;ber die Theorie der Ethik philosophieren - solange wir unsere Mahlzeiten auf dem Teller und dann im Bauch haben. Und wir k&#246;nnen uns bei vollem Magen und erf&#252;lltem Leben selbst dann irgendeine Ethik zurechreden, wenn wir einen Nihilismus als metaphysische Grundlage haben. Werden aber einmal neun Mahlzeiten in Folge ausgelassen, so ist die H&#246;lle los, und die Ethik wird in der wirklichen Welt, unter nicht optimalen Bedingungen getestet. Dann wird nicht mehr &#252;ber Ethik philosophiert, sondern es wird ohne weitere Reflexion gehandelt. Der Mensch, der in sich eine h&#246;here Ethik anerzogen hat, der wird sein Brot mit seinem Bruder teilen, selbst wenn er selber fast am Hunger vergeht. Der Mensch aber, der sich das abegehobene Konstrukt einer Ethik zurechtrationalisiert hat, ohne sich ehrlich damit zu verbinden, der wird seinen Bruder wohl erschlagen wenn ihm ein solcher Mord zum &#220;berleben dienlich ist, und ihm das unertr&#228;gliche Hungergef&#252;hl entfernen kann. Schwierigster Zeiten wegen haben wir eine Ethik - und nicht, weil es eine traditionsreiche philosophische Disziplin ist. </p><h4>Der Hass durch den Neid</h4><p>Wir haben im Westen verstanden, dass wir durch die geistigen Leistungen unserer Vorfahren eine gewisse H&#246;he erreicht haben. Und unsere Denker verstehen in vielen F&#228;llen, dass sich die Annahmen der Gegenwart aus einer langen Reihe folgerichtiger Schl&#252;sse gebildet haben, und sie kennen die Annahmen. Wir alle k&#246;nnen das ahnen, dass nirgendwo ein wirklich klarer Fehler begangen wurde. Aus der Trennung des Menschen von Gott mussten bestimmte Schl&#252;sse gezogen werden, aus dem Auschluss des Ichs und des Denkens wurde auch diese Form von Geist entfernt, und es wurden auch daraus allerlei folgerichtige Schl&#252;sse gezogen, und aus der Aufteilung der Wissenschaften in ihre endlosen Abspaltungen und Teilgebiete wurde es schwierig, eine &#252;bergreifende Philosophie zu bilden, die den neuen Bedingungen gerecht werden kann. Und auch daraus hatten wieder bestimmte Schl&#252;sse zu folgen. Wir sind nun an einen Ort gelangt, wo wir nicht mehr vieles haben, auf das wir uns st&#252;tzen k&#246;nnen. Tats&#228;chlich haben wir, wie gezeigt, streng gedacht lediglich einen Nihilismus als unsere Grundlage, und das ist keine Grundlage, sondern ein Abgrund. Das Ganze h&#228;lt sich durch das Erbe des Christentums und anderer, alter Weisheiten zwar zusammen, aber da ist eine unterschwellige Sinnkrise, die auf schlechtere Zeiten wartet, um sich deutlicher zu zeigen. </p><p>Gleichzeitig gibt es nicht nur den kollektiven Westen auf der Welt. Es gibt verschiedenste Kulturen, ja Zivilisationen. Eine besondere Abneigung geht vom Westen aus gegen die russische Kultur, denn sie ist ihm gleichzeitig nah und fern, und durch ihre &#196;hnlichkeit widerspiegelt sie uns etwas, das uns unsere Schw&#228;chen in verzerrter Weise zeigt. Wenn wir schauen, welche Grundannahmen die Russen haben, und wenn wir weiter schauen, wie sich diese Grundannahmen anders als bei uns zeigen, so denken wir im Westen, dass Russland so ist wie der Westen vor und w&#228;hrend der Aufkl&#228;rung: farbige bemalte Kirchen, patriotische B&#252;rger, deutliche Geschlechterrollen, einfache Industrien, eine fast monarchische Politik. Der Osten scheint uns eine alte, zur&#252;ckgebliebene Welt zu sein, und wir meinen f&#228;lschlicherweise weiter, dass diese Welt aus dem Sozialismus h&#228;tte lernen k&#246;nnen, sich stattdessen aber in die Vergangenheit zur&#252;ckbewegt hat, und gleichzeitig ein Hybrid aus modernen Elementen ist. Das sind nicht bewusste Gedanken, sondern es ist ein kollektives Gef&#252;hl, das sich bei den wenigsten Menschen in Begriffen ausformuliert findet. Es finden sich zwar Worte f&#252;r die Abneigung, aber diese Worte kommen danach - diese Worte erkl&#228;ren uns unsere Abneigung gegen die Russen, damit wir eine Erkl&#228;rung haben, aber sie gehen nicht ernsthaft darauf ein, woher diese Abneigung tats&#228;chlich kommt. </p><p>Entgegen der Moderne, entgegen der sozialen Experimente des kalten Krieges, entgegen den gewaltigen Zerr&#252;tterungen durch den Sturz der Sowjetunion in den Neunzigerjahren, sind die Russen heute ein B&#252;rgertum, das mit seiner F&#252;hrung und Selbstidentit&#228;t sehr zufrieden ist, denn sie haben es erfolgreich aus der Krise herausgeschafft. Sie sind ungl&#252;cklich und entt&#228;uscht &#252;ber die zerst&#246;rte Beziehung zum Westen, sehen gleichzeitig aber keine Alternative dazu, weil sie die Vergr&#246;sserung der nordatlantischen Allianz, und deren T&#228;tigkeiten an den zu Russland grenzenden L&#228;ndern gr&#252;ndlich studieren, und mit gutem Grund als bereits seit dem Milleniumswechsel f&#252;r feindlich gesinnt einstufen. Der Westen m&#246;chte, dass Russland mindestens mit den gleichen sozialen Problemen und Idealen zu k&#228;mpfen hat, mit denen der Westen zu k&#228;mpfen hat. Im kalten Krieg hatte Russland intensive innere Auseinandersetzungen zu bew&#228;ltigen, und den Menschen im Westen war das ein <em>Kino</em>: wir schauen wie die dort im Osten experimentieren, und lernen daraus, und machen es besser. </p><p>Heute aber ist es Russland, das aus den Experimenten gelernt hat. Sie durchschauten den Staatsatheismus der Sowjetunion als ein volksfeindliches, hartes Vorgehen. Durch die sozialistische Ideenzensur erkannten sie den Wert der klaren Definition, der sprachlichen Bestimmung, und die Gefahren unabl&#228;ssiger Progression. Sie erlebten nicht nur die Wirkungen der politisierten Sprache, sie <em>durchlebten</em> deren Wirkungen. Unsere Vorurteile erlauben uns diesen Gedanken nicht, aber die Russen haben viel mehr Rede- und Meinungsfreiheit als etwa die Deutschen, und ihre Medienlandschaft hat ein Vielfaches der Vielfalt, die in jedem westlichen Land zu finden ist. Die Russen fanden den Wert der Religion wieder, die dazu anleitet, objektiven, h&#246;heren Idealen pers&#246;nliche Opfer zu geben. Viele weitere Lektionen entnahmen sie ihren Experimenten in den wenigen Jahrzehnten seit dem Zusammensturz der Sowjetunion, und gleichzeitig liessen sie all die Dinge, die sie als nicht erstrebenswert erkannten, links liegen. So haben sie nicht das Nihilismusproblem, das den Westen plagt, denn sie haben keinen geistlosen Naturalismus, der aller (Grund-)Bildung den Weg weist. Russland liegt nicht zur&#252;ck, denn der Westen ist im Irrtum dar&#252;ber, dass seine &#8220;Fortschritte&#8221; ihn vorangebracht h&#228;tten. </p><p>Sie sind keine &#8220;Tankstelle die vorgibt, ein Land zu sein&#8221; (eine zu Beginn der &#8220;speziellen Milit&#228;roperation&#8221; im Westen noch beliebte absch&#228;tzige Phrase gegen die Russen), sondern ein in Bildung, Technologie und kultureller Vielfalt hoch entwickeltes Land mit vielen denkenden Menschen, mit zahlreichen aktiven und praktischen Philosophen, mit einer lebendigen, menschenreichen und austauschfreudigen Kirche, mit einer wahrheitsfreudigen und wandelbaren Sprache, und einem funktionierenden, komplexen und f&#246;deralistischen politischen System. Es scheint uns wohl ein erniedrigender Umstand zu sein, aber wir kommen n&#228;her und n&#228;her an den Moment, wo wir den Russen ihre Zivilisation, und ihr hohes Potenzial zugestehen m&#252;ssen. Wir kommen an den Punkt zugeben zu m&#252;ssen, dass sie etwas wissen, das wir einer Abfolge nicht optimaler metaphysischer Entscheidungen durch die &#8220;falsche Auswahl&#8221; als ung&#252;ltig verworfen haben. Irgendwo sind wir fehlgegangen. </p><p>Die &#8220;falsche Auswahl&#8221; gibt wenige M&#246;glichkeiten zum Ausw&#228;hlen vor, was dazu verleitet zu &#252;bersehen, dass sich noch allerlei andere M&#246;glichkeiten finden. </p><h4>Der moralische Zerfall </h4><p>Wo genau unsere urspr&#252;nglichsten Fehler liegen, finde ich schwer zu bestimmen. Die obigen Abschnitte versuchen eine Beschreibung der Abl&#228;ufe seit dem Sp&#228;tmittelalter zu zeigen, aber mit Obigem alleine kann kaum gefunden werden, wo genau es mit der Falschheit begonnen hat. Auch dass &#252;berhaupt eine Falschheit vorhanden ist, zeigt sich erst an den Resultaten, wie der Architektur des Brutalismus, unkreativer Kunst, widersinnigen Problemstellungen im Politisieren, einer konsequenten Unf&#228;higkeit Wahrheit zu bestimmen, usw usf. Eines scheint aber herauszustehen, n&#228;mlich dass der geistlose Naturalismus den Menschen keinen Sinn liefert, und dass viele Bed&#252;rfnisse dazu, Empathie zu zeigen und zu helfen von daher kommen, dass gegen das Sinnlose kompensiert wird. Manche Menschen brauchen keinen Sinn um zufrieden zu sein, oder sie haben die Kraft, sich einen Sinn aus sich heraus zu schaffen, aber vielen Menschen fehlt etwas, und das sp&#252;ren sie in einer bedr&#228;ngenden Unzufriedenheit. So ist ein Vakuum vorhanden, ein <em>Sinnvakuum</em>, das gef&#252;llt werden will. </p><p>Es ist sichtbar, dass wir mit dem <em>absolut</em> gelten wollenden, geistlosen Zufallsglauben etwas haben, durch das dem Nihilismus m&#246;glicherweise eine B&#252;hne vorbereitet wird. Der Nihilismus ist eine so widersinnige Weltverneinung (und in der Praxis eine Welt<em>entstellung</em>), dass er niemals direkt auftreten k&#246;nnte, denn er w&#252;rde sofort als schrecklich durchschaut und dann von fast allen Menschen bek&#228;mpft. Er muss sich anschleichen und &#252;ber Umwege indirekt das Denken infiltrieren, er muss sich in allerlei harmlose Kost&#252;me kleiden, er muss sich viel Zeit nehmen, die Dinge gem&#228;chlich ungewisser werden zu lassen. Ein solches Kost&#252;m ist der Relativismus, ein anderes der Konstruktivismus, ein weiteres der erkl&#228;rte Atheismus, der Progressivismus, der Konservatismus, und eine Anzahl weiterer Kost&#252;me findet sich in partisanen Ideologien. Der Nihilismus ist das Prinzip hinter jeder Kraft, die sich gegen die massvolle Entwicklung des Menschen und der Welt richtet. Der Nihilismus ist das, was alle Formen des Schlechten und B&#246;sen gemeinsam haben. Er ist die Verkehrung zu den Prinzipien hinter dem &#8216;Sein&#8217;; er ist der Gegenspieler zum <em>Weltanschauungsprinzip</em>. Er ist das Antiprinzip schlechthin. </p><p>Zu Beginn dieses Artikels wurde aufgez&#228;hlt, was hervorkommt, und dann verehrt oder ausgelebt wird, wenn Gott vom Menschen weggedr&#252;ckt wird: Scheingr&#246;sse, Dekadenz oder Gedankenlosigkeit. Es wurde gesagt, dass ohne Theismus zu diesen Dingen gefunden wird, weil es in der Natur des Menschen ist, verehren zu wollen. Und so, wie sich die metaphysischen &#220;berlegungen (seit dem Entfernen Gottes) sauber hintereinandergereiht haben, wie von einem logischen Schluss zum n&#228;chsten geschritten wurde, scheint es tats&#228;chlich das Angemessene zu sein, bei einer kleinen Auswahl an Scheingr&#246;ssen die am besten Geeignete zu finden. Eine solche falsche Auswahl ist etwa die polemische Scheinoption zwischen Kapitalismus und Sozialismus. </p><p>Die Zustimmung zum einseitigen Kapitalismus setzt eine Naivit&#228;t voraus die zur Ansicht f&#252;hrt, dass die grossen gesellschaftlichen Aufgaben <em>einfach</em> auszuf&#252;hren seien (kollektive Sinnstiftung, gute universelle Allgemeinbildung, zur&#252;ckhaltende Polis usw. sind <em>alles andere</em> als einfach), und es reicht mit einer solchen einf&#228;ltigen Ansicht, als die eine gemeinsame, kollektive T&#228;tigkeit den <em>Konsumerismus</em> zu bestimmen. Das f&#252;hrt zu einem Nihilismus, denn der Konsumerismus ist ein Hamsterrad der Sinnlosigkeit. </p><p>Auf der anderen Seite findet sich bei der Zustimmung zum einseitigen Sozialismus eine gleichsam nihilistische Grundlage, aber hier kommt der Nihilismus durch das Tor des Progressivismus und der Zukunftsideale. In der <em>Sowjetunion</em> wurde das von den Menschen intensiv erfahren, und mit der <em>Europaunion</em> wird heute versucht, dasselbe zu durchleben. Es geschieht in besten Absichten, aber es geschieht aus einer Verblendung. Die modernen Politiker und Denker, die in ihren modernen Ideen eine Chance von Fortschritt sehen, verstehen die Geschichte der Sowjetunion des beginnenden zwanzigsten Jahrhunderts nicht. Sie sehen die in die Sackgasse f&#252;hrende Einbahnstrasse nicht als das aussichtslose Vorhaben, das es ist. Die modernen, progressiven, kosmopolitischen Politiker Europas meinen in ihren Ideen originell zu sein. Die Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion werden aber in klaren Worten davon erz&#228;hlen, dass an den scheinbar modernen Ideen im Westen nichts (!) neues ist. In den 1900ern, in den 1910ern wurden - mit einigen abge&#228;nderten Termen - Debatten abgehalten, die manchmal fast diesselben waren, wie die Debatten die unter Progressiven heute gef&#252;hrt werden. Damals ging es um die Unterdr&#252;ckung der einen, heute geht es um die Unterdr&#252;ckung der anderen. Es ging damals wie heute um Macht, und wie Macht alles bestimmt, es geht um politischen Einfluss und Aktionismus, es geht um Utopien, oder um die Freiheit von K&#252;nstlern sich uneingeschr&#228;nkt auszudr&#252;cken, gleichzeitig aber um die Notwendigkeit klarer Grenzen in der Meinungsfreiheit, usw. All das ist tausendfach beredet und niedergeschrieben worden, es wurde unabl&#228;ssig in Briefen ausgetauscht und angestachelt, und als die Revolutionen kamen, war die Freude erstmals gross. </p><p>In Europa haben wir alle notwendigen Voraussetzungen, um die bereits von den Bolschewiki und Menschewiki eingeschlagenen Pfade nachzulaufen. Wir haben zwar Gestalten in Anz&#252;gen, die sich in auf hohen Stockwerken in hellen R&#228;umen hinter dicken Gl&#228;sern, an grossen, sauberen Tischen in sozialistischen Ideen austauschen (alleridngs etwas andere Worte gebrauchend); und nicht die in l&#246;chrigen M&#228;ntel gekleideten Studenten mit abgebrochenem Philosophiestudium, die sich sp&#228;t nachts zu Bier und Wein zu angeregten und lauten Gespr&#228;chen in sp&#228;rlich beleuchteten, alten Gastst&#228;tten trafen. Vermutlich sind die privaten Gespr&#228;che der Politiker in Br&#252;ssel oder Davos, f&#252;r die in vielen F&#228;llen &#252;brigens ebenfalls noch nie ein Mensch jemals einen Stimmzettel abgegeben hat, weit weniger angeregt und geistreich als die Debatten in einer moskauer, bukarester oder minsker Spelunke, aber die Gespr&#228;che finden heute statt. Es scheint mir derselbe Vorgang in ganz anderer Stimmung zu sein, ohne das Element der Revolution, des Streitens, der Ekstase. Es geschieht eine k&#252;hle, <em>revolutionslose</em> Umw&#228;lzung in Europa, und das Mittel dazu nennt sich die &#8220;Salamitaktik&#8221; (kleine Scheibchen servieren anstatt alles auf einmal). </p><p>H&#228;tten wir eine zureichende metaphysische Grundlage, so k&#246;nnten Gleichheits- und Gerechtigkeitsideologien zu sch&#246;nsten Philosophien (wie das Weltanschauungsprinzip) f&#252;hren. Weil wir aus dem geistlosen Naturalismus aber keine gute, oder nur schon <em>funktionierende</em> Grundlage, keine wegweisende Moralit&#228;t haben, verlieren sich die Ideen in (negativen) Ideologien, die sich im Grunde als erstes von Macht, von Unterdr&#252;ckung, vom Spiessertum und dergleichen, <em>abgrenzen</em> wollen. Ideologien f&#252;hren immer zu dem, das sie im Zentrum haben, und so f&#252;hren auch diese Ideologien immerzu - in anderer Form - den Dingen, die sie eigentlich ehrlich bek&#228;mpfen wollten. </p><p></p><p></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Die Legitimität des Geistglaubens]]></title><description><![CDATA[Der Spiritualismus ist eine der dutzend Weltanschauungen. Ist er nicht g&#252;ltig, hat das Weltanschauungsprinzip Probleme. Das Weltanschauungsprinzip will g&#252;ltig sein, somit dieser Artikel.]]></description><link>https://12weltanschauungen.substack.com/p/die-legitimitat-des-geistglaubens</link><guid isPermaLink="false">https://12weltanschauungen.substack.com/p/die-legitimitat-des-geistglaubens</guid><dc:creator><![CDATA[Steinerschüler]]></dc:creator><pubDate>Fri, 29 Mar 2024 08:11:28 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/7abffd21-06cd-4f91-b0c3-2f74b2cb430d_700x366.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Das Weltanschauungsprinzip ist nicht in hier pr&#228;sentierter Weise g&#252;ltig, wenn eine der Weltanschauungen nicht g&#252;ltig ist. Das verleitet wohl bei manchen, die mit der einen oder anderen Weltanschauung zu tief im Konflikt liegen um sie akzeptieren zu k&#246;nnen, m&#246;glicherweise zu einer Ablehnung des Weltanschauungsprinzips &#252;berhaupt. </p><h4>Farbenpr&#228;chtige Wahrheit oder weisse L&#252;ge</h4><p>Das Weltanschauungsprinzip abzulehnen ist in jedem Fall ein Fehler, denn das Weltanschauungsprinzip f&#252;hrt notwendigerweise zu Wahrheit, selbst wenn es irren w&#252;rde, denn es w&#252;rde den Irrtum offen zeigen m&#252;ssen. Ist es eine Wahrheit, dass es eine der Weltanschauungen nicht gibt, dass das Prinzip durch eine der Weltanschauungen einen grundlegenden Fehler hat, so wird das Weltanschauungsprinzip nicht anders k&#246;nnen, als das zeigen zu m&#252;ssen. Daf&#252;r ein Beispiel. </p><div class="subscription-widget-wrap-editor" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://12weltanschauungen.substack.com/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Abonnieren&quot;,&quot;language&quot;:&quot;de&quot;}" data-component-name="SubscribeWidgetToDOM"><div class="subscription-widget show-subscribe"><div class="preamble"><p class="cta-caption">Danke, dass Sie Weltanschauungs-Newsletter lesen! Schlie&#223;en Sie ein Free-Abonnement ab, um &#252;ber neue Posts benachrichtigt zu werden und meine Arbeit zu unterst&#252;tzen.</p></div><form class="subscription-widget-subscribe"><input type="email" class="email-input" name="email" placeholder="E-Mail-Adresse eingeben &#8230;" tabindex="-1"><input type="submit" class="button primary" value="Abonnieren"><div class="fake-input-wrapper"><div class="fake-input"></div><div class="fake-button"></div></div></form></div></div><p>Nehmen wir an, es gibt <em>keinen</em> Spiritualismus. Wir nehmen an, dass <em>Liebe</em> in Wirklichkeit die Chemie unseres Gehirns ist. Wir nehmen an, dass Menschen wie Siddharta Gautama, Jesus von Nazareth oder Thomas von Aquin entweder irrten, oder der Menschheit mit einer gewaltigen, weissen L&#252;ge <em>Hoffnung</em> schenken wollten. </p><p>Bringen wir diese Vorstellung zu etwas zus&#228;tzlich Ernsthaftem, in der wir uns in unserer Vorstellung wirklich auf den Materialismus mit Absolutheitsanspruch einlassen. Das sollten besonders jene tun, die sich nichts anderes vorstellen k&#246;nnen, als von einer geistigen Welt umgeben zu sein. In dieser geistlosen Welt, an die wir mindestens f&#252;r diesen Gedanken glauben, finden sich nun zahlreiche Menschen, die durch den Konsum bewusstseinsver&#228;ndernder Substanzen von Welten erz&#228;hlen, die alles &#252;bertreffen, das man kennt. Was nun, wenn diese Substanzen nur etwas zeigen, das dem eigenen Kern fern ist? Was, wenn diese Substanzen mir, dem sonst im Leben Geistgl&#228;ubigen, beim Konsum bewusstseinsver&#228;ndernder Substanzen eine ganz andere Welt als bei anderen offenbaren, eine Welt, die <em>nichts anderes</em> hat als Materie? Es w&#228;re ein sehr unangenehmes Erlebnis, das mich wohl tief ersch&#252;ttern w&#252;rde. </p><p>Mit der hypotetischen Vorstellung weitergehend: ich erwartete durch den Konsum dieser Lianen, Kaktusse oder sonstigem Einblicke in glorreiche Himmel, farbenpr&#228;chtige Wesenheiten die um mich herumtollen, erhabene Engelwesen in tiefer innerer Ruhe und Versenkung. Aber entgegen der Erwartung zeigt mir der Ayahuasca, der Harmalin, der Meskalin, das DMT oder was auch immer, nun diese kalte, rohe Welt, diese Atom-W&#252;ste, dieses im Grunde Tote, umgeben allein von der stillen, unermesslich endlosen Leere des Kosmos. </p><p>Was, wenn das wahr ist? Was, wenn es nichts gibt ausser dieses eine Leben, das wir f&#252;r einige Jahrzehnte auf dieser drehenden Kugel verbringen, um dann im Nichts zu verl&#246;schen? Was wenn es weise Menschen gab, die das erkannten, und die aus einem tiefen Mitgef&#252;hl, ja Mitleiden, f&#252;r die anderen Menschen deswegen Religionen schufen, um diesen geliebten Mitmenschen etwas zu geben, das sie vor dem Nihilismus, und so vor dem Verderben bewahrte? Der Geistgl&#228;ubige muss genau das, diese ihm so fremde Weltsicht als eine M&#246;glichkeit denken k&#246;nnen, um nicht in seinem Glauben gefangen zu sein. Es muss auszuhalten sein, sich wenigstens in der Vorstellung an unangenehme Orte zu begeben. </p><p>In der Annahme, dass der Materialismus tats&#228;chlich ohne den Gegenpol <em>Spiritualismus</em> existiert, dass alles am Spiritualismus konstruiert und geschaffen wurde, damit die zum Fantastischen neigenden Menschen am im Grunde sinnlosen, ewigen Toten nicht verzweifeln, in dieser Annahme h&#228;tte das Weltanschauungsprinzip, wie Steiner es vor 110 Jahren erstmals (und gleichzeitig letztmals) vorstellte, und wie ich es versuche darzustellen, einen grundlegenden Fehler. Was w&#252;rde das nun f&#252;r den Wahrheitsgehalt des Weltanschauungsprinzips bedeuten? Es w&#252;rde bedeuten, dass die dutzend Weltanschauungen viel mehr mit dem Menschen als mit der Welt zu tun haben, dass sie, wie dann Religionen, das Geistige nur unterhalten, um dem Menschen die Sinnlosigkeit der Realit&#228;t ertr&#228;glicher zu machen. So w&#252;rden wir das Weltanschauungsprinzip von einer <em>Positiven Philosophie</em> zu einer <em>Philosophie des Hoffnung</em> werden lassen m&#252;ssen.</p><p>Es w&#252;rde der Menschheit zwar mit einer weissen L&#252;ge dienen, aber dennoch l&#252;gen. Die Wahrheit im Weltanschauungsprinzip ist dann: es l&#252;gt, aber in bester Absicht. Ich meine aber, dass das Weltanschauungsprinzip nicht l&#252;gt, und so habe ich im Folgenden etwas zusammengetragen das helfen soll, die Wirklichkeit des Geistigen zu zeigen. </p><h4>Nichtglaube ist &#8220;nichtm&#246;glich&#8221;</h4><p>Jeder Mensch glaubt, denn wir sind dazu gezwungen Annahmen zu machen, und dahinter stehen Grundannahmen, zu denen wir genauso gezwungen sind. Wir m&#246;gen meinen, die Annahmen beweisen zu k&#246;nnen, aber wir kommen nicht umhin, an einem Punkt an die Grundannahmen zu <em>glauben</em>. Wir m&#252;ssen die Grundannahmen nicht in Worte fassen, damit sie da sind. Grundannahmen sind Annahmen, die erst durch konsequentes Denken gefunden werden. Unsere Grundannahmen, die einen jeden Menschen auf seine Weise gl&#228;ubig machen, sind die <em>Axiome</em>. Die Axiome sind Grundannahmen, die alles Folgende bestimmen. </p><p>Beispielsweise k&#246;nnen wir unter der Grundannahme stehen, dass wir durch S&#228;tze etwas Wahres kommunizieren k&#246;nnen. Oder wir k&#246;nnen, um ein weiteres Beispiel zu nennen, unter der Grundannahme stehen, dass es m&#246;glich ist, dass ein Zustand einen Sinn (Ziel und Zweck) haben kann. Oder wir k&#246;nnen weiter z.B. unter der Grundannahme stehen, dass eine Methode ihren Gegenstand widerspiegeln k&#246;nnen muss.  </p><p>Solche Grundannahmen sind mit gew&#246;hnlichen Mitteln fast unm&#246;glich zu beantworten, und selbst mit einer so grossen Hilfe wie dem Weltanschauungsprinzip noch immer sehr schwierig. Das Weltanschauungsprinzip kann uns zu solchen Fragen zwar <em>universell</em> g&#252;ltige Antworten (das Universelle ist f&#252;r <em>einen</em> Themenbereich objektiv g&#252;ltig, das Absolute ist f&#252;r <em>jedes</em> Thema objektiv g&#252;ltig) geben, aber das Weltanschauungsprinzip ist nicht der Standard, nach dem heute philosophische &#220;berlegungen gemacht werden, und so haben wir eine Pflicht, in solchen Artikeln zeitgem&#228;ssem Denken gerecht zu werden um daran verst&#228;ndlicher anzukn&#252;pfen. Daf&#252;r will Zur&#252;ckhaltung darin ge&#252;bt werden, die manchmal eigent&#252;mlichen Spezialisierungen der Sprache der Weltanschauungen auszusch&#246;pfen. </p><p>Die Grundannahmen brauchen also einen zus&#228;tzlichen Aufwand, um sie in konstruktiver Weise hinterfragen zu k&#246;nnen. Die Besch&#228;ftigung mit Grundannahmen geschieht in einem Gebiet, das Metaphysik genannt wird. Dort finden tiefere &#220;berlegungen statt, die sonst nicht angestellt werden. </p><p>Es ist hier (und &#252;berhaupt) nicht m&#246;glich eine <em>erste</em> Grundannahme zu finden die f&#252;r alles gelten kann, und so ist es hier (und &#252;berhaupt) folglich auch nicht m&#246;glich, eine solche erste Grundannahme in ihrer G&#252;ltigkeit zu untersuchen. Wir beschr&#228;nken uns auf nur zwei Grundannahmen, n&#228;mlich auf die nach der M&#246;glichkeit von <em><strong>Sinn</strong></em> und <em><strong>Bewusstsein</strong></em>, um von da aus zu &#252;berlegen ob es beweisbar ist, dass es eines der beiden oder beide gibt (Existenz), um dann von da aus zu &#252;berlegen, ob eines der beiden oder beide bei einem einem Geist<em>un</em>glauben noch erkl&#228;rbar sind. Wir gehen so von der &#8216;<em>M&#246;glichkeit&#8217;</em> zur &#8216;<em>Existenz&#8217;</em> zur &#8216;<em>Erkl&#228;rbarkeit unter bestimmten Bedingungen&#8217;</em>. </p><h4>Bewusstsein - von der M&#246;glichkeit zur Existenz</h4><p>Die Frage nach dem Bewusstsein muss sich selbst beantworten, denn eine Frage kann ohne Bewusstsein nicht gestellt werden. &#220;berlegungen zur Beantwortung der Frage nehmen gleichsam die Antwort voraus, denn &#220;berlegungen k&#246;nnen nur mit einem Bewusstsein stattfinden. Zu sehen, dass ein solches Argument m&#246;glich ist - und es zu machen - setzt weiter ein Bewusstsein voraus, usw. Wir k&#246;nnen an dieser Stelle nun ein ung&#252;ltiges Argument versuchen, und mit diesem spekulieren, dass wir Automaten seien, deren Atome lediglich ihre kausale Abfolge durchf&#252;hren, und ein Bewusstsein vorspielen, wo eigentlich nur vorbestimmte Biochemie am wirken ist. </p><p>Ein solches Argument gibt dem Unwahrscheinlichsten den Vorzug, denn es sieht in den unendlich unendlicheren M&#246;glichkeiten von Chaos, eine der wenigen zu einer Ordnung f&#252;hrenden M&#246;glichkeiten zuf&#228;lligerweise eintreten. Die M&#246;glichkeiten von Chaos sind ein unvorstellbares Vielfaches relativ zu den M&#246;glichkeiten von Ordnung. In einem Universum, das ohne ein Bewusstsein und ohne Sinn entsteht, sollten die Szenarien, in denen sich Materie ohne Ordnung (und ohne Potenzial zu etwas wie dem Menschen) zusammenh&#228;uft, unendlich viel wahrscheinlicher sein. Dass ein Universum, das kein Bewusstsein als Ursache hat, keinen Sinn haben kann, sollte logisch folgen. </p><p>Wir k&#246;nnen nun sagen, dass das Universum, in dem wir mit unserem Bewusstsein &#252;ber das Universum nachdenken k&#246;nnen, halt das Universum sein muss, in dem eine Ordnung entstehen musste, in der ein Bewusstsein m&#246;glich war. Aber dann kann genausogut argumentiert werden, dass unser Universum halt eines derjenigen Universen ist, die durch ein Bewusstsein geformt wurden. Wir kommen beidwegs zum Gleichen. </p><p>Wahrscheinlichkeit ist noch kein g&#252;ltiges Argument f&#252;r ein Universum, das nicht rein materieller Kausalit&#228;t folgt, aber es ist in diesen Fragen f&#252;r unsere Vorstellungen wichtig, darin einen Unterschied machen zu k&#246;nnen, ob unsere Existenz eher wahrscheinlich oder eher unwahrscheinlich ist, um so nachvollziehen zu k&#246;nnen, <em>wie</em> unwahrscheinlich die geringste Ordnung ist, wenn kein Bewusstsein vorhanden ist; wenn kein Bewusstsein das Vorhandene zugunsten von Ordnung beeinflussen kann.  </p><p><strong>Etwa so wie es sich um die Wahrscheinlichkeit verh&#228;lt, ein s&#228;uberlich geordnetes T&#252;rmchen vorzufinden, nachdem ein Haufen Kl&#246;tzchen in die Luft geworfen wurde, ist es sehr, sehr, </strong><em><strong>sehr</strong></em><strong> unwahrscheinlich aus einem Urknall die Ordnung von Galaxien, und darin die Ordnung von Sternensystemen, und darin die Ordnung von Planetensystemen zu erhalten. </strong>Eine wahrscheinlichere Folge eines (bewusstseinslosen) Urknalls ist eine chaotische Verteilung von Atomen, ohne Sterne, ohne geordnet verteilte Gruppierungen. Etwa ein Schirm unz&#228;hliger, gewaltiger, zusammengedr&#252;ckter einzelner Atomhaufen in der Form schwarzer L&#246;cher, der sich um den Urknall herum ausbreitet. Eine Kugel aus schwarzen Punkten, die sich um einen Mittelpunkt, den Punkt des Urknalls herum vergr&#246;ssert. Vielleicht sind da chemische Reaktionen, die durch Explosionen unregelm&#228;ssig zu Licht f&#252;hren, sofern das Licht der Masse entfliehen kann, aber niemals ruhig leuchtenden K&#246;rper in einer stabilen Umgebung, die von lichtlosen K&#246;rpern umkreist werden. So ist vielleicht veranschaulicht, wie viel Ordnung sich um uns herum findet. </p><p>Die reine Kausalit&#228;t von Materie gibt uns kein T&#252;rmchen, sondern ein H&#228;ufchen an Kl&#246;tzchen, mit einer mehr oder weniger absch&#228;tzbaren Regelm&#228;ssigkeit einer Verteilung dessen, was nun auf dem Boden herumliegt. Das sind die eigentlichen mathematischen Gesetzm&#228;ssigkeiten. In anderen Worten: Bewusstsein f&#252;hrt zu <em>Sinn,</em> und mit <em>Aufwand</em> zu so viel Ordnung, dass daraus neues Bewusstsein entstehbar ist; oder dann f&#252;hrt eine endlose Abfolge extremer Zuf&#228;lle zur Ordnung, die zum Entstehen von Bewusstsein notwendig ist. Zufall aus Chaos, und Bewusstsein aus Ordnung k&#246;nnen zum gleichen f&#252;hren, aber sie sollten durch ihre gegens&#228;tzlichen Wahrscheinlichkeits-Eigenschaften nicht gleichberechtigt f&#252;r vorhandene Ordnung als Erkl&#228;rung dienen. </p><p>Es mag behauptet werden, dass Materie lediglich mathematischen Gesetzm&#228;ssigkeiten folge; aber hier wird eine zus&#228;tzliche Grundannahme zur Erkl&#228;rung eines Ph&#228;nomens hinzugenommen. Das erkl&#228;rt sich wie folgt: wir beobachten im Universum mathematische Gesetzm&#228;ssigkeiten, weil wir von Ordnung umgeben sind. Wir wissen an dieser Stelle aber noch nicht, ob die Gesetzm&#228;ssigkeiten zu Ordnung f&#252;hren (und folglich nichts anderes als Ordnung wahrscheinlich ist), oder ob die mathematischen Gesetzm&#228;ssigkeiten nur deswegen vorhanden sind, weil eine geschaffene Ordnung vorhanden ist. Es muss in solchen F&#228;llen versucht werden zu vermeiden, zwei Argumente auf einmal zu machen, und weiter sollte vermieden werden, zur Erkl&#228;rung der einen Grundannahme mit neuen Grundannahmen aufzutreten. Dass mathematische Gesetzm&#228;ssigkeiten auch im bewusstseinslosen Universum notwendigerweise zur Ordnung f&#252;hrten, die wir um uns herum wahrnehmen, ist deswegen kein g&#252;ltiges Argument. </p><p>Dass wir mit unserem menschlichen Bewusstsein &#252;ber solche Fragen sinnieren k&#246;nnen, ist in einem Universum ohne Bewusstsein und Sinn also sehr unwahrscheinlich. Der reine Zufall hat in einem solchen hypothetischen, sinnlosen und bewusstseinslosen Universum dazu gef&#252;hrt, dass sich - gegen jede Wahrscheinlichkeit - so vieles zugunsten der Entstehung von Bewusstsein vollzogen hat, dass Bewusstsein entstehen konnte. </p><p>Wir k&#246;nnen also mindestens so viel sagen: es gibt durch den Menschen Bewusstsein auf der Welt, selbst wenn das Universum ohne Sinn und Bewusstsein w&#228;re. Ob nun wahrscheinlich oder unwahrscheinlich, zumindest <strong>auf dieser unseren Welt gibt es Bewusstsein. </strong></p><h4>Sinn - von der M&#246;glichkeit zur Existenz</h4><p>Sinn bedingt Bewusstsein an einem Punkt. Es muss ein Bewusstsein vorhanden sein, damit ein Sinn entstehen, aber mindestens zugeordnet werden kann. Der Sinn kann bei der Sch&#246;pfung vorhanden sein, er kann sp&#228;ter von aussen hinzukommen und einem Zustand zugeordnet werden, oder er kann erkannt werden, nachdem das Betreffende bereits erf&#252;llt und vergangen, und nur noch Spuren davon, oder eine blasse Erinnerung daran &#252;brig ist. </p><p>Aber ohne jeglichstes Bewusstsein kann kein Sinn vorhanden sein. Die sophistische Frage, ob ein Baum im Wald f&#228;llt, wenn kein Mensch da ist um es zu bemerken, wird hier zu einer echten Frage. Denn anders als der Baum, der f&#228;llt ob ein Mensch nun da ist oder nicht, ist der Sinn wirklich erst da, wenn ein Bewusstsein da ist. </p><p>Wir wissen, dass das Bewusstsein mindestens durch den Menschen existiert, und wir wissen, dass der Sinn mindestens durch den Menschen vorhanden sein kann, indem der Mensch sein Bewusstsein in entsprechender Weise gebraucht. Was ist das nun, der Sinn der existiert? Reduzieren wir wieder zugunsten des Materialismus auf den Knochen herunter, ist er etwas Vorgestelltes? Oder h&#246;ren wir auf zu reduzieren, und fragen, ob der Sinn ein Sein f&#252;r sich hat und ist? </p><p>Wie auch immer wir den Sinn bewerten wollen, das Bewusstsein ist eine Qualit&#228;t, die vorhanden ist (wie weiter oben gezeigt wurde). Mag es sich auf Neuronen, Chemie und Atome reduzieren lassen - zu beweisen, dass das Reduzieren &#252;berhaupt eine absolut g&#252;ltige (d.h. eine f&#252;r <em>alles</em> angemessene) Methode ist, ist in zwei F&#228;llen m&#246;glich: 1) in einer so simplen Welt wie der Reduktionismus simpel ist, oder 2) mit einer hochkomplexen Methode, wie die Welt hochkomplex ist. Die Methode muss ihren Gegenstand widerspiegeln k&#246;nnen, um ihn in seiner F&#252;lle zu beschreiben. Der Reduktionismus widerspricht in diesem Sinne der Welt, denn die Welt ist nicht ein blanker Knochen, sondern eine &#252;ppige F&#252;lle an Gegenartigstem. Der Reduktionismus wird der Welt somit nicht gerecht, und dies ist ein Hinweis darauf, dass der Reduktionismus nicht eine angemessene Methode ist, um die ganze Welt zu beschreiben. </p><p>Was gibt uns das nun f&#252;r den Sinn? Wenn wir den Sinn nicht lediglich auf seinen nackten Knochen zu reduzieren versuchen, etwa als &#8220;nicht mehr als eine Information unserer Gehirnchemie&#8221;, so hat der Sinn hier erstmals eine Existenz, die seinem Reichtum entspricht. </p><p>Zusammenfassend wissen wir in jedem Fall um die Existenz des Bewusstseins, und wir erkennen folglich in jedem Fall die <em>M&#246;glichkeit</em> von Sinn, aber wir haben M&#252;he, den Sinn mit einer reduktionistischen Methode zu erkl&#228;ren.</p><h4>Das Erlebnis des Geistigen</h4><p>Wir k&#246;nnen, wie oben, jedes Erlebnis der Welt oder unseres Selbst darauf reduzieren, dass es nur durch die Aktivit&#228;t unseres Gehirns in dieser oder jenen Weise empfunden wird. Wir verneinen damit die Wirklichkeit unserer Erlebnisse zugunsten der Methode des Reduzierens. Das kann berechtigt sein, sofern die Welt tats&#228;chlich tot ist, und nur durch eine Unendlichkeit an Zuf&#228;llen teilweise lebendig zu sein <em>scheint</em>. Aber die Reduktion (die Zur&#252;ckf&#252;hrung) ist, wie auch die Vorwegnahme mancher Geistgl&#228;ubigen bei ihren bevorzugten Themen, die ich in diesem Kontext <em>Produktion</em> nenne, ein Bearbeiten dessen, was ist. </p><p>In Bezug auf reine Materie ist die Reduktion eine g&#252;ltige Methode. Wird sie aber verabsolutiert, wird sie auf alles angewandt, gilt sie nicht mehr <em>universell</em> f&#252;r alle Materie, sondern f&#252;r <em>absolut</em> f&#252;r alles &#252;berhaupt, und so wird sie zu einem Verneinungsmechanismus. Die Reduktion wird zu einer Methode, die uns viele Dinge entfernt, die durchaus ihre Rechtm&#228;ssigkeit zu haben scheinen. Eine in &#252;bertreibender Weise gebrauchte <em>reduktive</em> Methode zu begr&#252;nden, ist ein schwieriges Vorhaben, das im Grunde viel &#196;hnlichkeit mit der einseitigen <em>produktiven</em> Rhetorik der Kirchenm&#228;nner des Mittelalters hat. </p><p>Gestehen wir unseren Erlebnissen G&#252;ltigkeit zu, so hat der Geistglaube durchaus seine G&#252;ltigkeit, denn er best&#228;tigt sich in jedem Moment durch unser ehrliches Erleben der Welt. </p><div class="subscription-widget-wrap-editor" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://12weltanschauungen.substack.com/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Abonnieren&quot;,&quot;language&quot;:&quot;de&quot;}" data-component-name="SubscribeWidgetToDOM"><div class="subscription-widget show-subscribe"><div class="preamble"><p class="cta-caption">Danke, dass Sie Weltanschauungs-Newsletter lesen! 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Was ist der wahre Kern in den modernen Ideologien rund um Feminismus, Neomarxismus, Konstruktivismus, usw?]]></description><link>https://12weltanschauungen.substack.com/p/stahlmann-neomarxismus</link><guid isPermaLink="false">https://12weltanschauungen.substack.com/p/stahlmann-neomarxismus</guid><dc:creator><![CDATA[Steinerschüler]]></dc:creator><pubDate>Mon, 25 Mar 2024 05:04:07 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/8016ac75-77a0-4544-97e7-fdbfc05c015f_781x781.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>(Das Vorschaubild f&#252;r den Artikel zeigt einen &#8220;Stahlmann&#8221;, den Charakter Kolossus der X-Men Franchise der Marvel Studios.)</p><p>Der &#8220;Stahlmann&#8221; ist das Beste an einem Argument oder an einer Ideologie. Der &#8220;Strohmann&#8221; ist dagegen das Schlechteste an einem Argument oder einer Ideologie. Das Weltanschauungsprinzip ist &#8220;die positive Philosophie&#8221;, die uns den <em>Anschauungspositivismus</em> lehrt, mit der es ein Leichtes wird, in jeder Idee, Gesinnung, Weltsicht, Perspektive den Stahlmann zu finden. Und das ist, was in diesem Artikel an den verschiedenen modernen, teils schwer klassifizierbaren Ideologien versucht wird. Wir wollen das Sch&#246;ne und Positive in ihnen finden und erkl&#228;ren. </p><p>Je tiefer in der Geschichte zur&#252;ckgegangen wird, desto eher kann bei Ph&#228;nomenen der Gegenwart ergr&#252;ndet werden, was wahre Ursachen sind. Wir gehen f&#252;r diesen Artikel in der Geschichte zur&#252;ck zu einem Unterschied zwischen den R&#246;mern und Griechen der Antike, der f&#252;r die modernen, konstruktivistischen Ideologien wichtig ist. </p><h4>Die Ideologie hilft uns</h4><p>Ideologien sind zumeist negative Weltbilder, deren Existenz sich aus dem Wunsch bildet, ein empfundenes Problem zu l&#246;sen. Was sie als positives Bild (Zukunftsbild) vor sich hinstellen, sind h&#228;ufig Ideen die vage genug sind, damit die Menschen ihre W&#252;nsche in die L&#252;cken hineinf&#252;llen, und der Ideologie so die Kraft geben, um trotz der Negativit&#228;t bestehen zu k&#246;nnen. Ideologien sch&#246;pfen ihre Kraft aus dem Ideal. So sind Ideologien negativ, weil sie zuerst &#8216;gegen etwas&#8217; sind, aber es muss anerkannt werden, dass sich hinter dem <em>Dagegen</em> notwendigerweise etwas finden l&#228;sst, das bei genauerer Betrachtung von grossem Wert ist. </p><p>Heute wird von manchen dieser Ideologien z.B. kritisiert, dass die moderne Gesellschaft Ungerechtigkeiten enthalte, die auf etwas zur&#252;ckgehen das sie z.B. Patriarchie nennen, die es aufzubrechen gelte. Sie bringen bei genauerem Hinsehen meiner Meinung nach zwar d&#252;rftige Beweise vor, um die Kritik zu unterlegen, oder warum der Gegenstand der Kritik eigentlich schlecht sei, oder wie die Alternativen besser sind oder &#252;berhaupt aussehen, usw, aber das bedeutet noch nicht, dass die Behauptung ung&#252;ltig, mangelhaft oder sonstwie verwerflich ist. Beweise k&#246;nnen Wahrheit aufzeigen, aber das Fehlen von Beweisen allein zeigt oder widerlegt noch nichts. Die Existenz einer ehrlich gemeinten Ideologie ist bereits ein Hinweis darauf, dass etwas falsch l&#228;uft, wodurch dann die Ideologie erst entstehen konnte. </p><p>Durch die positive Philosophie ist die erste Pr&#228;misse stets: &#8220;<em>Was, wenn das stimmt, oder etwas Wichtiges daran stimmt?</em>&#8221; Mit dieser grunds&#228;tzlich gutgl&#228;ubigen Annahme &#252;berlegen wir uns, welcher Gedankengang die Behauptung der Ideologie zufriedenstellend erkl&#228;ren kann, und welche bedeutendere Wahrheit hinter den ideologischen Parolen und dergleichen zu finden ist. Dadurch wird Wahrheit erlangt, denn Wahrheit ist immer positiv (&#8220;nicht-Falsches&#8221; ist nur in mathematischem Sinne wahr, nicht aber dem &#8220;Wesen der Wahrheit&#8221; nach). </p><p>Das ist unser Anschauungspositivismus, den wir auf jede noch so verwerfliche oder gar b&#246;sartige Ideologie anwenden k&#246;nnen, solange es den Menschen mit der Ideologie ernst gemeint ist. </p><h4>Altgriechen, Altr&#246;mer</h4><p>Das alte Rom hatte vielerlei hierarchische Systeme, und es hatte eine &#8220;kulturelle Grundmethodik&#8221;, die sich &#252;ber die Jahrhunderte des Bestehens des Reiches in einem <strong>Rationalismus</strong>, einem <strong>Mathematismus</strong> und in einem <strong>Materialismus</strong> drinnen fand. Die Hierarchie ist der gemeinsame Nenner dieser drei Weltanschauungen. Diese drei Weltanschauungen tendieren zum &#8220;M&#228;nnlichen&#8221;. Sie sind wie ein Pfeil darauf ausgerichtet, alles Unwesentliche zu entfernen, sich Begriffe pr&#228;zise zu definieren, Erscheinungen zu systematisieren, und Probleme m&#246;glichst ohne Umwege zu l&#246;sen. </p><p>Das antike Griechentum war dagegen in eine sehr lebendige Welt getaucht, in der Hierarchien nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt wurde (Hierarchien waren dann vorhanden, wenn sie als nat&#252;rlich empfunden wurden). Die Griechen wollten nicht zuerst systematisieren, sondern sie wollten das Ganze sehen, alte Weisheiten pflegen und umgestalten, und sich der Welt hingeben (die Kultur in die Natur einf&#252;gen, nicht die Natur zugunsten der Kultur entfernen). Folgende Begriffe werden den meisten Leserinnen und Lesern nicht viel sagen, ich liste sie der Vollst&#228;ndigkeit halber dennoch auf: die Grundmethodik des altgriechischen Denkens waren <strong>Dynamismus</strong>, <strong>Monadismus</strong> und <strong>Spiritualismus</strong>. Diese Weltanschauungen k&#246;nnen als &#8220;weibliche&#8221; bezeichnet werden, weil sie eine gewisse Allseitigkeit mit sich bringen, w&#228;hrend die anderen drei (Rationalismus, Mathematismus und Materialismus) mit ihren jeweiligen Einseitigkeiten n&#252;tzlicher sind als ohne. Platon und Aristoteles fanden sich bereits nicht mehr so in die Lebendigkeit des Griechentums verwoben, wie das ihre Zeitgenossen taten. Es ist ein Fehler, das Griechentum an diese beiden genialen K&#246;pfe anzukn&#252;pfen, denn sie standen bereits etwas ausserhalb davon. Besonders von Aristoteles sind die Schriften nur noch durch die arabische Schriftsprache hindurch verblieben, die griechischen Originale sind verschollen. </p><p>Die Erkenntnisse aus den beiden Grundmethodiken, der r&#246;mischen und der griechischen, sind grundverschiedene. Auch wenn die Grundmethodiken meines Wissens damals nirgendwo klar formuliert wurden, weder bei den Griechen noch den R&#246;mern, waren sie doch in ihrer genannten Verschiedenheit vorhanden. <strong>Die Methodik, die den Weg in die Gegenwart gefunden hat, ist nun die r&#246;mische, nicht die griechische. </strong></p><h4>Dominanter Rationalismus</h4><p>Die Art, wie heute in h&#246;herer Bildung und dann in den Wissenschaften vorgegangen wird, ist in Bezug auf das Denken durch und durch <em>rationalistisch</em>. Selbst die aus den gewaltigen Werken der Gnostik herausgeborene, westliche Theologie ist heute eine rationalistische Disziplin, die ihren Zweck vordergr&#252;ndig darin sieht, den Menschen einen R&#252;ckzugsort und Beistand zu geben, und verschiedene gesellschaftliche Dienste wie Taufe und Ehe bereitzustellen. Akademien lehren als erstes den Rationalismus, und der akademische Erfolg bemisst sich unter anderem (oder vor allem) daran, wie gekonnt ein Mensch mit seiner &#8220;Ratio&#8221;, seiner Vernunft, umgehen kann. Sie bauen auf den grossen Schriften von Philosophen wie Leibniz, Kant und Hegel, deren F&#228;higkeiten des Rationalisierens kaum Grenzen kannten. </p><p>Dass diese Grundmethodik, die ganz besonders heute in der &#8220;westlichen Welt&#8221; mehr und mehr der altr&#246;mischen gleicht, bem&#228;ngelt wird, ist nur rechtens, denn sie ist nicht nur einseitig (was sie auch sein darf), sie beansprucht leider auch Absolutheit. </p><p>Werke, wie die des Immanuel <em>Kant </em>(1724-1804), sind fast zu genial, weil es sehr schwierig ist sie zu verstehen, und es noch viel schwieriger ist, dagegen anzukommen. Georg Wilhelm Friedrich <em>Hegel </em>(1770-1831)<em> </em>hat das aber geleistet, und dabei gleich eine neue (idealistische) Methodik aufgezeigt, die aber bis heute noch nicht Fuss fassen konnte, weil sie noch nicht gen&#252;gend verstanden wird um sie anzuwenden, und die vielleicht auch von Hegel nicht gen&#252;gend ausformuliert wurde. So ist es eine grosse Schwierigkeit, gegen den gegenw&#228;rtigen, unangemessenen <em>Absolutheitsanspruch</em> des Rationalismus anzukommen, weil seine Argumente daf&#252;r mit so ungeheuerlicher Vorsicht ausgearbeitet und dann in schwer zug&#228;nglicher Form dargestellt wurden, dass sich scheinbar kein Angriffspunkt bietet. Es gab aber Versuche - die bis heute in gleicher Form (und in logischem Bezug gleich erfolglos) anhalten. </p><h4>Unzufriedene Marxisten</h4><p>Das bekannteste Beispiel werden wohl Engels und Marx sein, die versuchten etwas umzuw&#228;lzen, das ihnen &#252;berhaupt nicht gefiel. Besonders Engels ist hier von Bedeutung, denn er ist unter den beiden eher noch derjenige, der die Geduld aufbrachte sich mit tieferen Z&#252;gen philosophischer Ideen auseinanderzusetzen. So versuchten die beiden, die &#8220;hegelianische Dialektik&#8221;, das Erkenntnisgewinnungssystem Hegels, f&#252;r ihre Bedingungen zu gebrauchen. </p><p>Ein solches Vorhaben bedingt aber, dass daf&#252;r das Ausmass (mitsamt den Implikationen) des hegel&#8217;schen Systems begriffen wird. Das ist eine ungeheuerlich schwere Aufgabe, denn daf&#252;r m&#252;ssen die Begriffe des Idealismus - worauf das hegel&#8217;sche System aufbaut - in nuancierter und umfassender Weise bestimmt werden. Hegel gebrauchte f&#252;r seine Dialektik aber nicht nur die Sprache des Idealismus, sondern zum Teil auch die Sprache und folglich die Logik des Rationalismus, weil Hegel sein Denken am Werk des grossen Rationalisten Immanuel Kant schulte. Andere Philosophen liessen sich von Kant aus eher zu einem reinen Idealismus f&#252;hren, wie Johann Gottlieb <em>Fichte </em>(1762-1814) und Friedrich Wilhelm Joseph <em>Schelling </em>(1775-1854), die dann aber mehr M&#252;he hatten, ihre Ideen an Kant anzukn&#252;pfen. </p><p>Was Engels und Marx im 19. Jahrhundert mit Hegel versuchten, das stand auf wackeligen Beinen, weil viele (m&#246;gliche) Konsequenzen des hegel&#8217;schen Systems von Hegel nicht ausgeschrieben wurden, da es schlichtweg zu viele an der Zahl sind, und weil sie mit noch fehlendem Praxisbezug auch spekulativ waren. Hegel brachte etwas sehr grosses in die Welt, das ein Mensch alleine nie stemmen kann. </p><p>Engels und Marx nahmen sich dasjenige von Hegel, das sie herauslesen konnten, und sie &#8220;drehten es auf den Kopf&#8221; (wie sie selber sagten). Sie konnten es nicht ausbauen, weiter konnten sie das noch nicht Ausgebaute nicht zu Ende sehen, sie konnten auch nicht weiter zu Kant vordringen, und sie konnten auch nicht mit ihrer gerechtfertigten, inneren Unzufriedenheit einen Frieden schliessen - all diese Dinge versperrten ihnen den Weg zu einer freiheitlichen Transformation ihrer Umwelt, weg vom Absolutheit beanspruchenden Rationalismus, weg vom hierarchischen, r&#246;mischen Denken. Weil die Aufgabe vor ihnen selbst f&#252;r einen Menschen wie Hegel zu gewaltig war, und weil Marx und Hegel mit ihren Anspr&#252;chen noch weit dar&#252;ber hinaus h&#228;tten gehen m&#252;ssen, war die Aufgabe vor ihnen eine unm&#246;gliche. So mussten sie auf etwas zur&#252;ckfallen das sich Ideologie nennt, und somit fielen sie zur&#252;ck auf ein negatives Weltbild. </p><p>Weil sie es nicht bis zu Kant hin schafften, konnten sie den Rationalismus nicht als ihr Problem identifizieren. Sie gebrauchten den Rationalismus aber unentwegt, wie der Fisch das Wasser und der Mensch die Luft; er war ihnen selbstverst&#228;ndlich. Wie denn, wenn nicht durch in sich logische Argumente, durch folgerichtige Schl&#252;sse, wollten sie jemals einen Wandel des Denkens bewirken? Systeme des Denkens lassen sich doch nur durch die Logik darstellen, denn nur durch eine logisch strukturierte Argumentation ist ein bestimmtes Denken analysierbar und nachvollziehbar. Diese Annahmen wurden ihnen anerzogen, und sie konnten sie nie sehen, und so auch nie &#252;berwinden. Sie kamen aus den Akademien, sie hatten nie ein Konzept davon erhalten, in welcher Beweglichkeit und F&#252;lle sich das griechische Denken vor Plato, ja vor Platos Lehrer Sokrates, befand. Engels und Marx lernten auch nie vom Reichtum der Mythen oder der N&#252;tzlichkeit der Poetik, um mit solchen Mitteln von etwas zu erz&#228;hlen, das sich nicht s&#228;uberlich in einer logischen Reihe anordnen l&#228;sst. </p><p>Die Industrialisierung brachte etwas in die Welt, das den industriell arbeitenden Menschen deren W&#252;rde nahm. Der sich robotisch bewegende, oder der sich in sch&#228;ndlichen Verh&#228;ltnissen f&#252;r Ressourcenabbau schuftende Mensch, ist in solchen Rollen kein Mensch mehr, sondern ein Triebwerk. Was den Anblick des auch an sich selber Raubbau betreibenden Menschen so schwer ertr&#228;glich machte (oder macht), ist der Gegensatz der &#196;rmsten der Arbeitenden zu den Menschen, die vom Wohlstand profitieren, der durch die Effizienz der Industrie erm&#246;glicht wird. </p><p>Das Anliegen entstand, dass hier eine Umverteilung stattfinden m&#252;sse - von reich zu arm. So n&#252;tzlich Hierarchien gesellschaftlich auch sein m&#246;gen, hier ging es mit der Hierarchie viel zu weit. Der Kontrast war zu extrem, und es musste &#8220;etwas getan werden&#8221;. Dadurch kam die Rhetorik der Revolution auf, die sich in der Folge zunehmend verst&#228;rkte, etwa zum Slogan der folgenschweren &#8220;permanenten Revolution&#8221;. </p><h4>Irrationalismus ist keine L&#246;sung</h4><p>Heute ist noch immer der Rationalismus die bestimmende Kraft in den Akademien, und so finden sich flussabw&#228;rts folglich noch immer &#252;berall Hierarchien. Heute werden die Probleme zwar anders identifiziert als zur Zeit von Engels, aber es wird noch genauso versucht, ein rationales Argument zu machen gegen etwas, das auf einem sehr stabilen rationalen Fundament steht. Ein hegelianisches System gegen ein rationalistisches zu verwenden ist nicht nur schwierig, es f&#252;hrt auch nicht direkt weg vom kantisch-rationalistischen, weil der Idealismus ein unmittelbarer Nachbar des Rationalismus ist. </p><p>Was will nun getan werden, wo kann gegen das R&#246;mische angesetzt werden? Die Postmodernisten und Neomarxisten und wie sie noch alle heissen, setzen beim Thema &#8220;Macht&#8221; an. Es will mit den Hierarchien weggeschafft werden, und daf&#252;r sollen die oberen Positionen der Hierarchien von Menschen besetzt werden, die bisher keinen Zugang zu den oberen Positionen hatten. Es wird also wieder &#8220;auf den Kopf gestellt&#8221;, wie es schon von Marx mit der hegel&#8217;schen Dialektik versucht wurde. </p><p>Daf&#252;r werden die Akademien so aufgelockert, dass den bisher unterdr&#252;ckten Menschen der Weg durch die Akademien erleichtert wird. In anderen Worten werden sie weiter im Rationalismus geschult um den Rationalismus unterwerfen zu k&#246;nnen, und es wird in der Folge keine grundlegende Ver&#228;nderung eintreten k&#246;nnen, denn Rationalisten werden den Rationalismus vertreten. </p><p>Was ist nun der Ausweg? Es wurde viel von Problem um Problem geschrieben, aber wie kann heute eigentlich zu einem griechischen Denken gefunden werden? Wohin k&#246;nnen Akademien gehen, das weder rationalistisch noch &#8220;irrationalistisch&#8221; ist? </p><p>Es gibt einen Weg, und dieser Weg wurde von einem Dichter und Philosophen namens Goethe vorgezeichnet. Goethes naturwissenschaftliche Schriften zeigen uns den Dynamismus der nicht irrational zu werden braucht, wenn er nicht mehr nur rational ist. </p><p>Allerdings muss auch gesagt werden, dass sich das Ringen mit Hegel auszahlen wird. Es braucht viele gut denkende Idealisten, um Hegel und dessen Grundidee der Welt in der richtigen Weise bekannt zu machen, und darauf aufzubauen. </p><p>Das Prinzip, das dem hegel&#8217;schen System der g&#252;ltigen Widerspr&#252;che die notwendige Substanz, die notwendige Ordnung und die treffenden Begriffe geben kann, das nennt sich das &#8220;Weltanschauungsprinzip&#8221;. </p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Was sind die dutzend Weltanschauungen?]]></title><description><![CDATA[Was ist das Weltanschauungsprinzip?]]></description><link>https://12weltanschauungen.substack.com/p/was-sind-die-dutzend-weltanschauungen</link><guid isPermaLink="false">https://12weltanschauungen.substack.com/p/was-sind-die-dutzend-weltanschauungen</guid><dc:creator><![CDATA[Steinerschüler]]></dc:creator><pubDate>Sat, 16 Mar 2024 23:04:00 GMT</pubDate><enclosure url="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!1tnj!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F6e7e0364-097b-4914-a8bd-8897c648f688_451x900.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Die <strong>dutzend Weltanschauungen</strong> sind eine Idee, die etwas mehr als einhundert Jahre alt ist. Urspr&#252;nglich wurde mit der Idee der dutzend Weltanschauungen die Philosophie mit der Astrosophie (Sternenweisheit) verkn&#252;pft. Das heisst, die bedeutendsten Denkstr&#246;mungen wurden alle zusammengef&#252;hrt, und dann einem jeweiligen Tierkreiszeichen oder Planeten zugeordnet. </p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!1tnj!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F6e7e0364-097b-4914-a8bd-8897c648f688_451x900.jpeg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!1tnj!,w_424,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F6e7e0364-097b-4914-a8bd-8897c648f688_451x900.jpeg 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!1tnj!,w_848,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F6e7e0364-097b-4914-a8bd-8897c648f688_451x900.jpeg 848w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!1tnj!,w_1272,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F6e7e0364-097b-4914-a8bd-8897c648f688_451x900.jpeg 1272w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!1tnj!,w_1456,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F6e7e0364-097b-4914-a8bd-8897c648f688_451x900.jpeg 1456w" sizes="100vw"><img src="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!1tnj!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F6e7e0364-097b-4914-a8bd-8897c648f688_451x900.jpeg" width="451" height="900" data-attrs="{&quot;src&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/6e7e0364-097b-4914-a8bd-8897c648f688_451x900.jpeg&quot;,&quot;srcNoWatermark&quot;:null,&quot;fullscreen&quot;:null,&quot;imageSize&quot;:null,&quot;height&quot;:900,&quot;width&quot;:451,&quot;resizeWidth&quot;:null,&quot;bytes&quot;:30947,&quot;alt&quot;:null,&quot;title&quot;:null,&quot;type&quot;:null,&quot;href&quot;:null,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;topImage&quot;:true,&quot;internalRedirect&quot;:null,&quot;isProcessing&quot;:false,&quot;align&quot;:null,&quot;offset&quot;:false}" class="sizing-normal" alt="" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!1tnj!,w_424,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F6e7e0364-097b-4914-a8bd-8897c648f688_451x900.jpeg 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!1tnj!,w_848,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F6e7e0364-097b-4914-a8bd-8897c648f688_451x900.jpeg 848w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!1tnj!,w_1272,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F6e7e0364-097b-4914-a8bd-8897c648f688_451x900.jpeg 1272w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!1tnj!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F6e7e0364-097b-4914-a8bd-8897c648f688_451x900.jpeg 1456w" sizes="100vw" fetchpriority="high"></picture><div class="image-link-expand"><div class="pencraft pc-display-flex pc-gap-8 pc-reset"><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container restack-image"><svg role="img" width="20" height="20" viewBox="0 0 20 20" fill="none" stroke-width="1.5" stroke="var(--color-fg-primary)" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg"><g><title></title><path d="M2.53001 7.81595C3.49179 4.73911 6.43281 2.5 9.91173 2.5C13.1684 2.5 15.9537 4.46214 17.0852 7.23684L17.6179 8.67647M17.6179 8.67647L18.5002 4.26471M17.6179 8.67647L13.6473 6.91176M17.4995 12.1841C16.5378 15.2609 13.5967 17.5 10.1178 17.5C6.86118 17.5 4.07589 15.5379 2.94432 12.7632L2.41165 11.3235M2.41165 11.3235L1.5293 15.7353M2.41165 11.3235L6.38224 13.0882"></path></g></svg></button><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container view-image"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="20" height="20" viewBox="0 0 24 24" fill="none" stroke="currentColor" stroke-width="2" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" class="lucide lucide-maximize2 lucide-maximize-2"><polyline points="15 3 21 3 21 9"></polyline><polyline points="9 21 3 21 3 15"></polyline><line x1="21" x2="14" y1="3" y2="10"></line><line x1="3" x2="10" y1="21" y2="14"></line></svg></button></div></div></div></a></figure></div><p> </p><p>Es ist vielleicht nicht ganz richtig zu sagen, dass es die Philosophie ist, die mit der Astrosophie verkn&#252;pft wurde. Aber die Philosophie repr&#228;sentiert am besten, was das Weltanschauungsprinzip beinhaltet. Es muss Philosophie einfach im weitesten Sinne verstanden werden, mit allem, was nach tieferen Gr&#252;nden sucht (oder solche verneint). </p><p>Die Idee der dutzend Weltanschauungen hat in den hundert Jahren, seit die Idee entwickelt wurde, kaum eine Vertiefung erlebt. Das Thema <em>Weltanschauungsprinzip</em> wurde in dieser ganzen Zeit von niemandem wirklich vertieft, weil die Verkn&#252;pfung von Philosophie mit Astrosophie einerseits Philosophen abgehalten hat, da sie mit der Astrosophie nicht viel anzufangen wissen, und es hat Astrosophen (die sich meist Astro<em>logen</em> nennen) von der Weltanschauungsarbeit abgehalten, weil es eine Herausforderung ohne erreichbares Ziel ist, praktisch alle philosophischen Str&#246;mungen und dann noch etwas zu ergr&#252;nden. Von der Astrosophie zur Philosophie ist es ein steiniger Weg, und von da aus noch neues zur Philosophie beizutragen ist sehr schwierig. So k&#246;nnte zumindest gedacht werden. </p><p>Die Ordnung, die uns das Weltanschauungsprinzip Rudolf Steiners gibt, hilft uns aber ungeheuerlich in der Besch&#228;ftigung mit der Philosophie (und sp&#228;ter dann weit dar&#252;ber hinaus). Denn das Schwierige an der Philosophie ist, dass sie s&#228;mtlichen der schwierigsten und gr&#246;ssten Konzepte und Denkrichtungen ein &#8216;offenes Ende&#8217; l&#228;sst. Da gibt es Denkrichtungen gr&#246;sster Komplexit&#228;t, die nicht immer in der einfachsten Sprache erk&#228;rt werden, etwa der Rationalismus eines Immanuel Kant, oder der Idealismus eines Gottfried Wilhelm Hegel. Die Arbeiten dieser beiden k&#246;nnen schon ganze Menschenleben ausf&#252;llen. Aber darauf hinaus gibt es tausende Philosophen, und viele darunter grosse und bedeutende Denker, mit ihren jeweiligen, etwas abweichenden Definitionen von Rationalismus und Idealismus, was sich in der Folge wieder auf die Definitionen der benachbarten Denkrichtungen auswirkt, usw. Einen einzigen Begriff wirklich sicher bestimmen zu k&#246;nnen erfordert ein gewaltiges Wissen - nicht nur zum Begriff den man bestimmen will, sondern auch zu allen anderen Begriffen, die darum herum sind. Das macht die Philosophie in ihren Entwicklungen zu einem immer nur schwieriger werdenden Gebiet. </p><p>Das Weltanschauungsprinzip sagt uns in seiner urspr&#252;nglichen Idee nicht direkt, was ein bestimmter Begriff genau bedeutet - es ordnet lediglich alle Begriffe nebeneinander. Die Anordnung gibt uns aber mehr, als auf den ersten Blick wohl zu vermuten ist: sie gibt uns exakte Verh&#228;ltnisse zwischen den verschiedenen Denk- oder F&#252;hlarten, und sie f&#252;gt diese unter dem Begriff der <em>Weltanschauungen</em> zusammen. Die Anordnung des Weltanschauungsprinzips sagt uns, welche Weltanschauungen nahe beeinander sind, welche einander gegen&#252;ber liegen (d.h. keinerlei &#196;hnlichkeit haben), und schliesslich, welche unter ihnen neutral zu anderen sind. Weiter sind es nur <em>zw&#246;lf</em> Weltanschauungen, die zwar alle ihre Abstufungen und Ausrichtungen haben - aber auch hier findet sich eine definierte und begrenzte Anzahl an M&#246;glichkeiten. Wir haben <em>sieben</em> Abstufungen und <em>drei</em> Ausrichtungen f&#252;r jede der zw&#246;lf Weltanschauungen (also 21 Arten und Weisen eine jede der Weltanschauungen zu gebrauchen). </p><p>Mit viel Zeit und Geduld kann das alles durchgedacht werden, wie sich all die Abstufungen f&#252;r die verschiedenen Weltanschauungen wohl bei einzelnen Menschen zeigen m&#246;gen. Oder es kann an einzelnen Menschen versucht werden, in welche Box sie am besten passen. Ich kann keine der beiden Strategien empfehlen. Einfacher und n&#252;tzlicher ist es herauszufinden, was die Begriffe eigentlich bedeuten, welches Gef&#252;hl sich hinter den Ideen finden l&#228;sst, usw. Eine solche trostlose Arbeit wie das Zuteilen der Kategorien an Menschen, oder das Zuteilen von Menschen an Kategorien, sei lieber jedem erspart, und deswegen findet sich die Arbeit auf <em><a href="https://weltanschauung.org/">https://weltanschauung.org/</a></em>. Mit der Arbeit auf dieser Webseite soll sich ein erleichterter Einstieg in das Thema finden. </p><p>Ich versuche dort die Begriffe zu bestimmen; naheliegenden Irrt&#252;mern vorzubeugen; einen Kontext hinzuzuf&#252;gen damit sich die Leserin und der Leser etwas unter den Ideen vorstellen kann; und schliesslich bestimmte Themen anzureissen, von denen ich den Eindruck habe, dass das Weltanschauungsprinzip uns daf&#252;r etwas Hilfreiches bietet. Das soll alles helfen f&#228;higeren Menschen einen Einstieg zu den Weltanschauungen zu finden, um dadurch mir zu helfen, das Weltanschauungsprinzip nicht mehr durch meine Langsamkeit gebremst zu sehen - damit die Welt endlich durch einen weltanschaulichen Pluralismus bereichert wird. </p><div class="subscription-widget-wrap-editor" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://12weltanschauungen.substack.com/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Abonnieren&quot;,&quot;language&quot;:&quot;de&quot;}" data-component-name="SubscribeWidgetToDOM"><div class="subscription-widget show-subscribe"><div class="preamble"><p class="cta-caption">Danke, dass Du den Weltanschauungs-Newsletter liest! Im Kasten deine E-Mail-Adresse eingeben, und die neusten Artikel direkt im Postfach erhalten (ist und bleibt kostenfrei). Viel Vergn&#252;gen! </p></div><form class="subscription-widget-subscribe"><input type="email" class="email-input" name="email" placeholder="E-Mail-Adresse eingeben &#8230;" tabindex="-1"><input type="submit" class="button primary" value="Abonnieren"><div class="fake-input-wrapper"><div class="fake-input"></div><div class="fake-button"></div></div></form></div></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Absicht des Weltanschauungs-Newsletters]]></title><description><![CDATA[Absicht, Mittel und Ziel der Artikel auf Substack.]]></description><link>https://12weltanschauungen.substack.com/p/absicht-des-weltanschauungs-newsletters</link><guid isPermaLink="false">https://12weltanschauungen.substack.com/p/absicht-des-weltanschauungs-newsletters</guid><dc:creator><![CDATA[Steinerschüler]]></dc:creator><pubDate>Thu, 07 Mar 2024 22:23:08 GMT</pubDate><enclosure url="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!PGwZ!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fdf2fcd1d-c40f-46b4-a4ce-e06d87e592d5_1052x982.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p></p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://12weltanschauungen.substack.com/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Subscribe now&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://12weltanschauungen.substack.com/subscribe?"><span>Subscribe now</span></a></p><h2>Aller Anfang war schwer</h2><h3>1. Warum ein Newsletter, warum hier? </h3><p>Auf einer ersten Version der Webseite <em>weltanschauung.org</em> musste ich mich erstmals mit dem Betrieb einer Webseite vertraut machen. Damit lernte ich verschiedene Darstellungsarten kennen, und bald setzte ich die Seite neu auf, mit einer Vorlage die mir eine hierarchische Anordnung meiner Artikel erlaubte. Die Artikel h&#228;uften sich, verschiedene Unterprojekte entstanden, und bald war da eine komplizierte Systematik mit drei Schwierigkeitsgraden, Rubriken, Kunstprojekten, Artikelserien, Kommentaren usw, mit etwa 200 Artikeln. All das wurde zu viel und ging zu sehr in die Breite, und so l&#246;schte ich 2023 alles, mit einem einzigen, klar definierten Ablauf f&#252;r eine neue, dritte Version. </p><p>Die neu aufgesetzte Webseite hat keinen Platz mehr f&#252;r Kommentare, spielerische Gedankenexperimente und dergleichen, und ein Ventil daf&#252;r sehe ich nun bei Substack. Wer sich interessiert, kann hier Gedankenexperimente am Rande der Weltanschauungen abonnieren - und wer sich allein f&#252;r die Weltanschauungen interessiert, wird beim Besuch von <em>weltanschauung.org</em> nicht von anderem abgelenkt. Das ist die Idee, das &#8220;darum hier&#8221;. </p><h3>2. Welche Gemeinschaft hier gebaut werden will (keine)</h3><p>Auf der zweiten Version installierte ich &#8220;Disqus&#8221;, ein (nicht kostenfreies) Instrument um das Kommentieren auf einer Webseite zu vereinfachen. Das lud viel Spam und gar Angriffe ein, und kommentiert wurde (abgesehen von den Spam Bots) trotzdem sehr wenig. So waren Aufwand und Ertrag in einem schlechten Verh&#228;ltnis, und es war eine weitere Ablenkung vom Wichtigerem. Ich er&#246;ffnete deswegen ein Facebookkonto und ein Twitterkonto, und wer sich austauschen will, kann das noch immer dort tun (obschon ich selten auf diese Konten schaue). Allerdings fanden sich da zu viele schlechte Unterhaltungen, wie etwa jene mit Personen, die in schlechtem Glauben argumentieren oder sich in wilden Parolen verheddern, oder schlichtweg einen Austausch mit einem Menschen m&#246;chten. Es hat deswegen keinen Nutzen, sich im Internet auszutauschen, denn die Menschen in den Foren sind aus bestimmten Gr&#252;nden in den Foren, und nicht im echten Leben. </p><p>Kurz: ich suche keine Gemeinschaft &#252;ber das Internet. Meine Arbeit ist f&#252;r Menschen die leben, die im echten Leben leben, denen ich im Leben begegne, die vielleicht etwas nachlesen wollen, &#252;ber das wir sprachen. </p><h3>3. Spezifisch</h3><p>Die Arbeit an den Weltanschauungen ist mir keine Einnahmequelle. So gibt es auch f&#252;r diese Substackartikel keine Bezahlfunktion. Ich ver&#246;ffentliche Artikel wann ich will, ohne Zeitdruck oder Plan.</p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!PGwZ!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fdf2fcd1d-c40f-46b4-a4ce-e06d87e592d5_1052x982.jpeg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!PGwZ!,w_424,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fdf2fcd1d-c40f-46b4-a4ce-e06d87e592d5_1052x982.jpeg 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!PGwZ!,w_848,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fdf2fcd1d-c40f-46b4-a4ce-e06d87e592d5_1052x982.jpeg 848w, 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data-attrs="{&quot;src&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/df2fcd1d-c40f-46b4-a4ce-e06d87e592d5_1052x982.jpeg&quot;,&quot;srcNoWatermark&quot;:null,&quot;fullscreen&quot;:null,&quot;imageSize&quot;:null,&quot;height&quot;:982,&quot;width&quot;:1052,&quot;resizeWidth&quot;:null,&quot;bytes&quot;:219829,&quot;alt&quot;:null,&quot;title&quot;:null,&quot;type&quot;:&quot;image/jpeg&quot;,&quot;href&quot;:null,&quot;belowTheFold&quot;:true,&quot;topImage&quot;:false,&quot;internalRedirect&quot;:null,&quot;isProcessing&quot;:false,&quot;align&quot;:null,&quot;offset&quot;:false}" class="sizing-normal" alt="" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!PGwZ!,w_424,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fdf2fcd1d-c40f-46b4-a4ce-e06d87e592d5_1052x982.jpeg 424w, 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stroke-width="1.5" stroke="var(--color-fg-primary)" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg"><g><title></title><path d="M2.53001 7.81595C3.49179 4.73911 6.43281 2.5 9.91173 2.5C13.1684 2.5 15.9537 4.46214 17.0852 7.23684L17.6179 8.67647M17.6179 8.67647L18.5002 4.26471M17.6179 8.67647L13.6473 6.91176M17.4995 12.1841C16.5378 15.2609 13.5967 17.5 10.1178 17.5C6.86118 17.5 4.07589 15.5379 2.94432 12.7632L2.41165 11.3235M2.41165 11.3235L1.5293 15.7353M2.41165 11.3235L6.38224 13.0882"></path></g></svg></button><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container view-image"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="20" height="20" viewBox="0 0 24 24" fill="none" stroke="currentColor" stroke-width="2" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" class="lucide lucide-maximize2 lucide-maximize-2"><polyline points="15 3 21 3 21 9"></polyline><polyline points="9 21 3 21 3 15"></polyline><line x1="21" x2="14" y1="3" 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Was bedeutet &#8220;Weltanschauung&#8221;? </p><h3>Die Anschauung ist allgemein</h3><p>Eine Anschauung ist etwas &#8220;Allgemeines&#8221;. Das Allgemeine setzen wir dem Speziellen gegen&#252;ber. Meine Perspektive - d.h. die Perspektive des Einzelnen - ist etwas &#8220;Spezielles&#8221;. Aber die Perspektive die verschiedene spezielle Perspektiven umfassen kann (die ein Einzelner nicht, seinem eigenen Wesen gerecht, halten kann), die einen gewissen Spielraum an Verschiedenheiten zul&#228;sst, die ist etwas Allgemeines. Die allgemeine Perspektive ist eine <em>&#252;bergeordnete</em> Perspektive, der sehr viele Menschen anh&#228;ngen k&#246;nnen. </p><p>Beispielsweise finden sich in der Politik &#8220;allgemeine Gesinnungen&#8221;. Da teilen Gruppen an Menschen untereinander gewisse Moralvorstellungen, oder Vorstellungen dazu, wie eine Gesellschaft sein und funktionieren sollte, und dergleichen. Manchmal sind die allgemeinen Gesinnungen &#8220;Ideologien&#8221;, manchmal sind es &#8220;Dogmen&#8221;, manchmal Denkrichtungen, Zugeh&#246;rigkeiten, Traditionen&#8230; Da wird &#252;berall etwas <em>Allgemeines</em> geteilt, das auf den einzelnen Menschen nie ganz zutreffen kann. </p><p>Nun stellt sich vielleicht noch die Frage, was eine &#8220;Perspektive&#8221; ist. Die Perspektive l&#228;sst durch das <em>Durchschauen</em> (lat. <em>per-</em> hat <a href="https://www.etymonline.com/word/*per-#etymonline_v_52721">f&#252;nf</a> Bedeutungen, hier ist vorw&#228;rts, durch, hindurch gemeint) und durch das <em>nahe Berachten</em> (lat. <em>specere</em> ist das Betrachten, daraus dann In-spizieren) einen Einblick in das Wesen der Sache zu. Beim Lateinischen ist das hier gemeinte <em>Hindurch</em> ein &#8220;durch die &#228;ussere Schicht hindurch in die Sache hinein&#8221;, nicht aber &#8220;durch den Gegenstand hindurch und auf der anderen Seite wieder hinaus&#8221;. Das Durchschauen, das wir zur Beschreibung der Perspektive gebrauchen, wird in gleicher Weise gebraucht. </p><p>Wir &#252;bersetzen die Perspektive hier aber nicht mit &#8220;Einblick&#8221; weil nur durch das &#196;ussere hindurchgegangen wird. Wir &#252;bersetzen nicht so, weil die Persepktive eine bestimmte Qualit&#228;t beschreibt; n&#228;mlich den <em>Standpunkt</em>. Der Standpunkt fehlt beim Einblick. Die Perspektive definiert sich vom Punkt aus, wo der Einblick in die Sache geschieht. Die gleiche Sache kann von verschiedenen Standpunkten aus umkreist werden, und jeder Standpunkt um die Sache herum wird seinen eigenen Einblick gewinnen, oder vielleicht gar die Sache von seinem Punkt aus durchschauen k&#246;nnen. </p><h3>Die Anschauung ist universell</h3><p>Die Anschauung ist <em>allgemein</em>, das heisst sie gilt f&#252;r alle Menschen f&#252;r das, was sie beschreibt. Der Materialismus beschreibt f&#252;r alle Menschen die Materie, nicht nur f&#252;r Materialisten. Die Anschauung ist aber auch <em>universell</em>, das heisst, sie gilt exklusiv f&#252;r das, was sie beschreibt, und keine andere Anschauung kann rechtm&#228;ssig bessere Aussagen zur Spezialit&#228;t einer anderen Anschauung machen. </p><p>Dass der Materialismus universelle G&#252;ltigkeit hat bedeutet aber nicht, dass der Materialismus f&#252;r alles g&#252;ltige Aussagen machen kann. Der Materialismus beschr&#228;nkt sich auf Materie, weil er nicht absolut ist, sondern nur universell. Wo auch immer Materie auftritt, dort hat der Materialismus eine ausserordentliche Rechtm&#228;ssigkeit Aussagen zu machen. Tritt aber anderes als Materie auf, hat eine andere Anschauung als der Materialismus das Vorrecht Aussagen zu machen. W&#228;re der Materialismus nur f&#252;r eine bestimmte Art von Materie g&#252;ltig, so w&#228;re er nicht mehr universell, sondern <em>partikul&#228;r</em>. </p><p>Nun kommen wir zum einzelnen Menschen. Wenn die Weltanschauung allgemein ist, und auf eine Vielzahl an Menschen zutrifft, so ist das Weltbild speziell, und trifft auf einen einzelnen Menschen zu. Das Weltbild ist ein Bild von der Welt, das der Mensch &#252;ber sein Leben hinweg zusammen mit seinem eigenen Wesen entwickelt. Das Weltbild ist eine verkleinerte Form der Weltanschauung, von der der Mensch ein Teil ist. Der Mensch nimmt sich dasjenige aus der allgemeinen Weltanschauung, das zu ihm passt, oder das zu ihm passend gemacht werden muss, und daraus entsteht das Weltbild. So ist das Weltbild etwas, das dem einzelnen Menschen zugeh&#246;rt, und das macht das Weltbild <em>speziell</em>. </p><p>Der Mensch kennt nicht die ganze Welt, und so ist sein Weltbild nicht auf alles anwendbar das es gibt, sondern nur auf die Dinge, die dem Menschen begegnet sind. Das nimmt dem Weltbild das univselle, und es macht das Weltbild partikul&#228;r. Die Weltanschauung ist allgemein und universell, das Weltbild ist speziell und partikul&#228;r. </p><p>Weiter findet sich die Weltsicht. F&#252;r die Weltsicht gilt, dass sie f&#252;r den Moment gilt. Sie spielt in das Weltbild hinein, das wiederum Weltanschauungsfragment ist, das sich mit den Eigenheiten des einzelnen Menschen verschmolzen hat. </p><p>So unterscheiden wir die Weltanschauung (allgemein, universell), das Weltbild (speziell, partikul&#228;r) und die Weltsicht (momentan). </p><div class="subscription-widget-wrap-editor" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://12weltanschauungen.substack.com/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Abonnieren&quot;,&quot;language&quot;:&quot;de&quot;}" data-component-name="SubscribeWidgetToDOM"><div class="subscription-widget show-subscribe"><div class="preamble"><p class="cta-caption">Danke, dass Du den Weltanschauungs-Newsletter liest! Du kannst hier deine E-Mail-Adresse eingeben, um neue Artikel direkt in dein Postfach zu erhalten. 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